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Musikalischer Traumstart

Saarlouis. "Zaubermelodie" hieß die Losung des Neujahrsabends 2013, und in der Tat bekamen die Gäste aus nah und fern, unter anderem aus der Partnerstadt St. Nazaire, zauberhafte Musik zu hören. Einmal mehr zog das Kreis-Symphonieorchester Saarlouis unter der Leitung von Vilmar Kaliunas alle Register und zog die festlich gestimmten Gäste in seinen Bann Von SZ-Mitarbeiterin Jutta Stamm

Saarlouis. "Zaubermelodie" hieß die Losung des Neujahrsabends 2013, und in der Tat bekamen die Gäste aus nah und fern, unter anderem aus der Partnerstadt St. Nazaire, zauberhafte Musik zu hören. Einmal mehr zog das Kreis-Symphonieorchester Saarlouis unter der Leitung von Vilmar Kaliunas alle Register und zog die festlich gestimmten Gäste in seinen Bann.Das Orchester spielte so gut, dass man kaum glauben mochte, dass es sich um ein Laienorchester handelt. Nicht zuletzt ist es die große Freude, mit der Kaliunas seine Musikerinnen und Musiker zu Bestleistungen anspornt.



Perfekte Gesangsharmonie

Mit einigen Überraschungen trug der Zauberer und Moderator Maxim Maurice (Philipp Daub aus Saarlouis) zur weiteren Unterhaltung bei. Besonderen Glanz verliehen der Galavorstellung die Sopranistinnen Sofia Fomina aus Astana (Kasachstan) und Noémi Schröder aus Wadern, deren Stimmen glänzend harmonierten. Bezaubernd gelang ihnen das Blumenduett aus "Lakmé" von Delibes und nicht weniger gut die "Barcarole" aus "Hoffmanns Erzählungen" (Offenbach).

Eindrucksvoll gestalteten beide auch ihre Soloauftritte: Fomina, die seit 2008/09 ein Engagement am Saarländischen Staatstheater hat, sang "Je suis Titania" aus "Mignon" von Thomas und die "Juwelenarie" aus "Margarete" von Gounod. Als "Königin der Nacht" aus der "Zauberflöte" von Mozart durfte man sich ebenso an ihr erfreuen, da sie mit brillanten Koloraturen und einer lyrischen Stimmführung aufwartete.

Noémi Schröder studierte ebenfalls Operngesang, entdeckte danach jedoch ihre Vorliebe für das Musical. Sie schloss eine Musicalausbildung mit Tanz und Schauspiel in Berlin an. Schröder, die solistisch mit "Gold von den Sternen" aus "Mozart" von Kunze/Levay, mit "Over the Rainbow" von Arlen und "Frei und schwerelos" aus "Wicked - Die Hexen von Oz" von Schwartz hervortrat, begeisterte mit ihrer beweglichen und umfangreichen Stimme.

Die leicht, jedoch voll konzentriert und präzise aufspielenden Musiker hatten das Konzert mit der Ouvertüre aus der "Zauberharfe" (Rosamunde) von Schubert eröffnet. Sie beendeten es ohne Ermüdungserscheinungen trotz anspruchsvollem Programm, in dem Straußwalzer nicht fehlen durften, traditionell mit dem "Happy New Year" von Abba, das Sofia Fomina und Noémi Schröder einen weiteren mitreißenden Auftritt verschaffte.

Doch was wäre eine Neujahrsgala ohne den spannenden Trommelwirbel, der den "Radetzkymarsch" einleitet und dem Publikum Gelegenheit gibt, klatschend in das konzertante Geschehen einzugreifen.

Baustelle statt Bühne

Allerdings endete der berühmte Marsch im Chaos: Nach und nach verließen die Musiker den Saal, und Bau- und Stoppschilder senkten sich von der Bühnendecke nieder. Diese Schilder kündigten unter höllischem Lärm den Umbau des Musentempels an. Eine originelle Idee. Dafür gab's dann erneut großen Applaus von allen Rängen.