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Mordopfer im Wald entdeckt

In einem abgelegenen Waldstück am Ortsausgang von Friedrichsthal-Bildstock fanden Passanten am Mittwochabend in einem geparkten Auto die Leiche eines Mannes. Foto: Becker&Bredel
In einem abgelegenen Waldstück am Ortsausgang von Friedrichsthal-Bildstock fanden Passanten am Mittwochabend in einem geparkten Auto die Leiche eines Mannes. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Saarbrücken/Friedrichsthal. Nach dem Mord an einem 38-jährigen Sulzbacher, der für eine Illinger Baufirma arbeitete, hat die Kriminalpolizei eine weitere Mordkommission (Moko) eingesetzt. Damit ermitteln jetzt fünf Mokos parallel. Von SZ-RedakteurMichael Jungmann

. Die Fahnder des Dezernates "Straftaten gegen das Leben" beim Landespolizeipräsidium erleben einen "heißen Sommer". Seit gestern arbeiten fünf Mordkommissionen (Moko) parallel - für die Saar-Polizei eine wohl bislang einmalige Herausforderung. Die Spezialisten für Todesermittlungen werden in diesen Sonderkommissionen jeweils von abgeordneten Beamten aus anderen Dezernaten und meist auch aus den regionalen Kriminaldiensten unterstützt. Neben dem bislang ungeklärten Mord an einem 76 Jahre alten Rentner in Bous (Moko "Wiese"), dem weitgehend aufgeklärten Auftragsmord an einem Limbacher (Moko "Pause"), dem Mord an einem Saarbrücker Unternehmensberater (Moko "Leiter") und dem Fall um den ermordeten Säugling in Kleinblittersdorf (Moko "Kreisel) suchen seit gestern elf Kriminalisten in der Moko "Van" den Mörder des 38 Jahre alten Italieners G. aus Sulzbach. Die Leiche des Familienvaters, der für eine Illinger Firma in der Baubranche arbeitete, war am Mittwochabend gegen 22 Uhr von Spaziergängern auf einem Waldweg (In der Geisheck/Zufahrt zur Fischerhütte) am Ortsausgang Bildstock in Richtung Neunkirchen (Landstraße 125) gefunden worden.

Nach Angaben von Polizeisprecher Georg Himbert lag der Ermordete "im vorderen Bereich" eines dort abgestellten Fahrzeuges. Bei dem dunkelgrünen Chrylser Van mit Neunkircher Autokennzeichen handelt es sich angeblich um einen Firmenwagen. Das Auto wurde sichergestellt und wird derzeit noch von einer spezialisierten Tatortgruppe der Polizei auf Spuren untersucht. Wie es heißt, wurde gestern auch das Privatfahrzeug des Opfers zur möglichen Spurensicherung abgeschleppt. Die Obduktion der Leiche in der Homburger Gerichtsmedizin ergab, dass der 38-Jährige "durch stumpfe Gewalt gegen Kopf und Oberkörper" starb. Er wurde also erschlagen, möglicherweise mit bloßen Fäusten. Angeblich hatte der Sulzbacher keine Wertsachen mehr bei sich.

Ob es in dem Auto zu einem Kampf zwischen Täter und Opfer gekommen war, soll die detaillierte Auswertung des Spurenbildes klären. Unklar ist bislang auch, ober der Fundort der Tatort ist. Möglicherweise wurde das Opfer erst nach der Tat in dem Firmenauto zu dem abgelegenen Waldweg gefahren. Bereitschaftspolizisten suchten gestern Vormittag das Waldgebiet im Bereich der Fundstelle nach Spuren und möglichem Tatwerkzeug ab. Diese Aktion blieb allerdings ergebnislos.

Derweil konzentrieren sich die Fahnder der Moko "Van" bei ihrer Suche nach dem Täter und möglichen Motiven auf das private und berufliche Umfeld des Opfers.

Die Polizei bitte Zeugen, die am Mittwochabend bis etwa

22 Uhr im Bereich der Strecke zwischen Bildstock und Neunkirchen oder in dem Waldstück (In der Geisheck/Zufahrt zur Fischerhütte) verdächtige Fahrzeuge oder Personen gesehen haben, um Hinweise an den Kriminaldauerdienst unter

Tel. (0681) 962 2933.