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Mörsdorf wirft in Freisen hin

Freisen. Es war absehbar: Nach dem 1:8-Debakel im Primstal hat Freisens Trainer Werner Mörsdorf für sich selbst die Notbremse gezogen. In einem Telefongespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des FC Freisen, Dieter Becker, teilte Mörsdorf mit, dass er aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten werde Von SZ-Mitarbeiter Frank Faber

Freisen. Es war absehbar: Nach dem 1:8-Debakel im Primstal hat Freisens Trainer Werner Mörsdorf für sich selbst die Notbremse gezogen. In einem Telefongespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des FC Freisen, Dieter Becker, teilte Mörsdorf mit, dass er aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten werde. "Den negativen Stress wollte ich mir nicht mehr länger antun", erklärte Mörsdorf.Er räumte ein, dass ihm der Schritt nicht schwergefallen sei. "Es wird aber nicht nachgetreten und nicht nachgekartet", sagte der Ex-Profi ausdrücklich. Offenkundig ist jedoch, dass es im Innenleben der Mannschaft nicht mehr stimmte. Zudem war die Beziehung zwischen einigen Kickern und dem Trainer unübersehbar angeknackst. Es rumorte nicht nur auf dem Platz.


Nach der verheerenden Schlappe in Primstal kündigten einige Spieler an, sich beim Vorstand über den Trainer zu beschweren. Gar die Forderung von einer kurzfristig anzuberaumenden Sitzung wurde laut. "Spieler haben Dieter Becker und auch mich angerufen", bestätigte FCF-Abteilungsleiter Bernd Diebel. Irgendwann, meint Diebel, hätte man eingreifen müssen. "Die ganze Zeit stand die Arbeit des Trainers außer Frage. Er hat ein überragendes Training gemacht", lobte Diebel. Mörsdorf habe sehr viel in seine Trainertätigkeit investiert. "Es hat nun einfach nicht mehr gepasst. Die Trennung ist sauber abgelaufen", sagte der Abteilungsleiter.

Branchenüblich nimmt Diebel nun das Team in die Pflicht. "Im Heimspiel gegen Humes verlangen wir einen Ruck von der Mannschaft", forderte er. Mörsdorf hatte den FCF im April 2011 übernommen. Die vergangenen Spielzeit landete er mit dem Team auf Platz neun. In dieser Spielzeit wollte man in der Tabelle oben mitspielen. Nach fünf absolvierten Partien ziert der FCF aber mit nur einem Zähler den letzten Platz der Verbandsliga. "Vielleicht ist jetzt besser für die jungen Spieler, unbelastet vom Trainer aufzuspielen", erhoffte sich Mörsdorf, dass es ohne ihn beim FCF wieder aufwärts geht. Noch in dieser Woche will er sich von seinen ehemaligen Schützlingen verabschieden.



Sein Nachfolger wurde bereits am Montag gefunden. Marco Heinrich trainiert die Mannschaft bis zur Winterpause. "Wir haben uns auf eine interne Lösung verständigt, es war momentan die einzige Möglichkeit", sagte Diebel. Der 44-Jährige in Freisen wohnende Heinrich ist momentan bei den Alten Herren am Ball. Als Trainer war er zuletzt beim 1. FC Niederkirchen und beim SV Wolfersweiler tätig. Neben Freisen schnürte Heinrich seine Fußballschuhe in der Verbandsligasaison 1995/1996 für den SV Hasborn sowie beim FC Marpingen. Unterstützt wird er vom jahrelangen Mörsdorf-Weggefährten Horst Germann als Co-Trainer. "Da hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Horst ist weiterhin für das Training mit den Torleuten verantwortlich", erklärte Diebel. Das Trainergespann soll nun die Mannschaft vom Tabellenende wegführen. Kein einfaches Unterfangen, da mit Steven Klos und Christof Rauber zwei Schlüsselspieler bis auf Weiteres verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen. "Den negativen Stress wollte ich mir nicht mehr länger antun."

Werner Mörsdorf