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Mobiles Team greift ein, wenn es um Rassimus geht

St. Wendel. Demokratische Bildung, interkulturelle Verständigung und die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit - das sind die Themen-Schwerpunkte des Adolf-Bender-Zentrums in St. Wendel. Seit zwei Jahren läuft das Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken", das sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit richtet

St. Wendel. Demokratische Bildung, interkulturelle Verständigung und die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit - das sind die Themen-Schwerpunkte des Adolf-Bender-Zentrums in St. Wendel. Seit zwei Jahren läuft das Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken", das sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit richtet. Dazu wurde eine Fachberatungsstelle im Adolf-Bender-Zentrum eingerichtet. Diese ist für alle Landkreise und den Regionalverband Saarbrücken zuständig. "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" ist ein Interventionsprogramm, das heißt, wenn Vorfälle mit rechtsradikalem oder rassistischem Hintergrund bekannt werden, greifen die zuständigen Mitarbeiter des Zentrums ein. "Es kann sich dabei beispielsweise um rechtsextremistische Schmierereien an Schulen handeln oder es besteht Beratungsbedarf von Eltern", erklärt Willi Portz, Geschäftsführer des Zentrums. Angangs sei er skeptisch gegenüber des Projekts gewesen, da er ein Anhänger von Präventionsprogrammen sei. Doch inzwischen ist er von der Wirksamkeit überzeugt. "Die beiden Kollegen haben eine Menge Arbeit", sagt der Geschäftsführer.Um diese Arbeit finanziell zu unterstützen, kam Sozialstaatssekretärin Gaby Schäfer mit einem Zuwendungsbescheid über 125 000 Euro ins Adolf-Bender-Zentrum. "Der Einsatz für Vielfalt, Respekt und Demokratie ist für das Zusammenleben unserer Gesellschaft so selbstverständlich wie unverzichtbar", sagte Schäfer und lobte das Engagement der Fachberatungsstelle.


Extreme Auffälligkeiten in Sachen Rechtsextremismus und Rassismus gebe es im Saarland zwar nicht so häufig. "Dennoch ist der alltägliche Rassismus und die alltägliche Fremdenfeindlichkeit verbreitet", so Portz. Gerade bei Jugendlichen ist aber die Hoffnung groß, dass "wir ihnen behutsam die Augen öffnen können." Vielleicht sei es ein bisschen der Verdienst des Adolf-Bender-Zentrums, dass es im Saarland noch relativ ruhig ist in Sachen Rechtsextremismus und Rassismus. Es gibt verschiedene Projekte des Zentrums, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit diesen Themenfelder beschäftigen.

Das Fördergeld wird das Adolf-Bender-Zentrum unter anderem in Fachveranstaltungen investieren. "Gute Fachreferenten müssen eingekauft werden", sagt Portz. Auch Veranstaltungen mit Aussteigern aus der rechten Szene, die aus ihrem Leben erzählen, finden regelmäßig statt. evy



beratungsnetzwerk.

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AUF EINEN BLICK

Um effektive Strategien gegen Rechtsextremismus zu entwickeln, hat das Ministerium eine Fachberatungsstelle gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus im Adolf-Bender-Zentrum eingerichtet. Die Fachberatungsstelle übernimmt innerhalb des Bundesprogramms "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" die Erstberatung und stellt den weiteren Beratungsbedarf unter anderem auch mit mobilen Interventionen sicher. Die Fachberatungsstelle wird durch das Bundesministerium für Familie gefördert. Mit dieser Stelle ist ein schneller Zugang zum saarländischen Netzwerk gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus gewährleistet, dem die verschiedenen Behörden, Verbände und Organisationen angehören. red