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Mit Klängen über den Alltag hinausblicken

Saarbrücken. Bernhard Schmidt ist Chorleiter, Organist und Ensemblechef. Und seit kurzem auch Kulturpreisträger des Regionalverbandes Saarbrücken. Wir stellen den vielbeschäftigten 31-jährigen Musiker vor. Von SZ-MitarbeiterStefan Uhrmacher

"Musik ist Kommunikation. Ziel eines jeden Musikmachens sollte es sein, Ausführende wie Zuhörer gleichermaßen in den Bann zu schlagen. Und über den Klang Emotionen und Bilder hervorzurufen, die es uns allen ermöglichen, über unseren Alltag und unsere persönlichen Probleme hinauszublicken." So lautet das künstlerische Credo von Bernhard Schmidt, Kulturpreisträger des Regionalverbands Saarbrücken.

In unseren Breiten ist der vielbeschäftigte 31-jährige Chorleiter, Organist und Ensemblechef - er studierte an den Musikhochschulen in Freiburg und Stockholm - vor allem als Leiter des Projekt-Kammerchores Canta Nova Saar bekannt. Bernhard Schmidt wurde in eine musikalische Saarbrücker Familie geboren. Der Großvater war Kirchenmusiker in St. Michael am Echelmeyerpark, die Mutter leitete den Kinderchor St. Antonius auf dem Rastpfuhl - hier sammelte Bernhard erste Sangeserfahrungen. Neben den Chören St. Antonius und St. Michael wirkte er später in Schulchor und Musical-AG der Marienschule mit. Als prägend beschreibt er die Zeit im Robert-Schumann-Chor unter Martin Folz, mit einem breit gefächerten Repertoire und zahlreichen Konzertreisen. "Der Wunsch, die Orgel zu erlernen, regte sich mit fünf Jahren", erzählt Schmidt, "nachdem ich in einem Festgottesdienst Bernhard Leonardy die Toccata von Charles-Marie Widor hatte spielen hören." Leonardy wurde sein Lehrer, 2000 errang Schmidt im Fach Orgel einen Bundessieg bei Jugend musiziert. Heute lebt er in Freiburg, führt dort drei Laienchöre, außerdem den Kammerchor "Cantemus", das Barockensemble Chapelle de la Vigne und seit kurzem den Kammerchor John Sheppard Ensemble. "Die Stadt verfügt über ein reiches Musikleben und auch eine ansonsten hohe Lebensqualität - ein Plus ist auch die relative Nähe zur alten Heimat Saarbrücken, dem Elsass und der Schweiz." Wenn Schmidt privat mal Zeit fürs Musikhören findet, dann wählt er Kulturwellen wie Deutschlandradio und hält sich natürlich über die neuesten internationalen Chorproduktionen auf dem Laufenden. Daneben schätzt der Fan des Dirigenten John Eliot Gardiner aber auch skandinavischen Jazz und die "Power und kreative Energie des Pop der 80er- und 90-er Jahre". Als neuer Verbandschorleiter des Saarländischen Chorverbandes ist Schmidt für die Ausbildung nebenberuflicher Chorleiter zuständig. Was macht einen fähigen Chorchef aus? "Er muss Ahnung vom Instrument haben: der Stimme; außerdem muss er ein guter Pädagoge sein", so Schmidt: "Eine gewisse strategische Begabung (Probendisposition) und etwas Psychologie (Gruppendynamik) sind auch hilfreich. Organisationstalent für das ganze Drumherum und gute Laune sind wichtige Faktoren - und natürlich muss man es schaffen, die Musik, die in einem drinsteckt, durch Proben und Gestik auf seine Ensembles zu übertragen."

Für die Zukunft wünscht sich der Förderpreisträger, "weiterhin das Glück zu haben, mit begeisterungsfähigen Menschen Musik erleben zu dürfen, und für unsere Gesellschaft: eine stärkere Verankerung von Musik, Kunst und Kultur".