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Mit gutem Gefühl nach Moskau

Christian Reif ballt die Faust, freut sich über seinen Sprung auf 8,22 Meter. Damit hatte der Rehlinger beim Sprungmeeting in Dillingen eigentlich noch gar nicht gerechnet. Foto: Guldner
Christian Reif ballt die Faust, freut sich über seinen Sprung auf 8,22 Meter. Damit hatte der Rehlinger beim Sprungmeeting in Dillingen eigentlich noch gar nicht gerechnet. Foto: Guldner FOTO: Guldner
Dillingen. Gelungener WM-Test für Christian Reif beim 6. nationalen Sprungmeeting in Dillingen. Mit 8,22 Metern verbesserte der Rehlinger am Sonntag den Stadionrekord, während der Kenianer Benson Seurei eine Weltjahresbestleistung aufstellte. Von SZ-MitarbeiterManuel Keil

Christian Reif stand aus der Sprunggrube auf und ballte die Faust. Sein letzter Sprung war weit gegangen, das wusste der Weitspringer vom LC Rehlingen sofort. Wenig später hatte er die Gewissheit: 8,22 Meter maßen sie Wertungsrichter. Stadionrekord.

Der bereits für die Weltmeisterschaften in Moskau nominierte Weitspringer präsentierte sich beim Sprungmeeting im Dillinger Parkstadion rund drei Wochen vor den globalen Titelkämpfen in blendender Form. Gleich im ersten Versuch schaffte er, unterstützt vom rhythmischen Anklatschen der rund 400 Zuschauer, genau 8,00 Meter. "Nach den ganzen Prüfungen an der Uni und dem harten Training in den letzten zwei Wochen hatte ich gar nicht damit gerechnet, so weit zu springen", verriet er nach dem Wettkampf. "Nach dem ersten Versuch wollte ich dann aber unbedingt den Stadionrekord."

Jubiläumssprung bei der WM?

Nach vier ungültigen Versuchen übertrumpfte er im finalen Durchgang mit 8,22 Metern die 20 Jahre alte Bestmarke von 8,09 Metern. "Leider fehlen immer noch zwei Sprünge bis zu meinem 50. Achtmeter-Sprung. Da hatte ich nach dem ersten Versuch gehofft, dass ich das heute schon schaffe", sagte Reif. Spätestens bei den Weltmeisterschaften soll auch diese Marke geknackt werden. Für den Rehlinger wird es der erste Aufenthalt in der russischen Hauptstadt sein, aber viel Zeit für Sightseeing wird er nicht haben. "Ich habe am 14. August die Qualifikation und am 16. August das Finale, hoffentlich", sagt Reif. "Zwei Tage später ist dann schon der Rückflug. Den Roten Platz werde ich mir aber auf jeden Fall ansehen, und ein paar andere Highlights auch."

Reif kann mit einem guten Gefühl nach Moskau fahren. In Dillingen schaffte er gleich zu Beginn ein Achtmeter-Sprung und zeigte technisch saubere Sprünge. Acht Meter müsse man vermutlich auch in der Qualifikation springen. Als erstes Ziel gibt der Europameister von 2010 das Erreichen des Finales aus, dann will er weiter schauen. "Ein großes Ziel werde ich diesmal nicht formulieren." Damit es in Moskau mit dem Finale klappt, werden im Training jetzt noch mal die Umfänge erhöht. Kurz vor der WM wird dann weniger, aber mit höherer Intensität trainiert. "Wir werden auch wieder regelmäßig Technikeinheiten machen, was in der letzten Zeit noch etwas zu kurz kam."

Auch Reifs Trainingspartner Martin Jasper hat im weiteren Saisonverlauf noch ehrgeizige Ziele. Der Rehlinger DM-Dritte verbesserte in Dillingen den 50 Jahre alten Saarlandrekord im Dreisprung auf 15,93 Meter "Ziel sind jetzt natürlich die 16 Meter", hofft er auf weitere Steigerungen. Auf der selten gelaufenen 1000-Meter-Distanz gab es in Dillingen wie schon im Vorjahr eine Weltjahresbestleistung zu bestaunen. Der Kenianer Benson Seurei blieb in 2:16,44 Minuten deutlich unter der bisherigen Jahresbestzeit des Franzosen Pierre-Ambroise Bosse.



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Auf einen BlickDie Ergebnisse ausgewählter Disziplinen: Frauen: Weitsprung: 1. Melanie Bauschke (LG Nike Berlin) 6,63 Meter, 2. Michelle Weitzel (RSW Regensburg) 6,54 Meter, 3. Xenia Achkinadze (SC Gelnhausen) 6,51 Meter, 4. Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid) 6,50 Meter; Dreisprung: 1. Katja Demut (LC Jena) 13,59 Meter. Männer: 100 Meter: 1. Rouven Christ (LAZ Saarbrücken) 10,93 Sekunden; 200 Meter: 1. Christ 21,60 Sekunden; 1000 Meter: 1. Benson Seurei (Kenia) 2:16,44 Minuten, . . . 6. Philipp Stief 2:26,48 Minuten; Stabhochsprung: 1. Pascal Koehl (beide LC Rehlingen) 4,90 Meter; Dreisprung: 1. Andreas Pohle (ASV Erfurt) 16,07 Meter, 2. Martin Jasper 15,93 Meter; Weitsprung: 1. Christian Reif (beide LC Rehlingen) 8,22 Meter, 2. Mario Krahl (Hamburger SV) 7,65 Meter; Hochsprung: 1. Kabelo Kgosiemang (Botswana) und Martin Günther (LG Eintracht Frankfurt) beide 2,20 Meter. man