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"Miss Oh Nääää" reißt die Narren von den Sitzen

Carsten Kany glänzte schon im vergangenen Jahr im Ruppertshofsaal. Die Narren waren begeistert. Foto: Lehmann
Carsten Kany glänzte schon im vergangenen Jahr im Ruppertshofsaal. Die Narren waren begeistert. Foto: Lehmann
Auersmacher. "Oh Näääää", hallt es durch die Mehrzweckhalle in Sitterswald. Und 400 Faasebooze in der ausverkauften Narrhalla erwidern: "Oh Näääää." Es ist wie schon eine Woche zuvor in der Jahnturnhalle in Bliesransbach einer der Höhepunkte der Kappensitzung

Auersmacher. "Oh Näääää", hallt es durch die Mehrzweckhalle in Sitterswald. Und 400 Faasebooze in der ausverkauften Narrhalla erwidern: "Oh Näääää." Es ist wie schon eine Woche zuvor in der Jahnturnhalle in Bliesransbach einer der Höhepunkte der Kappensitzung. Carsten Kany, alias "Miss Oh Näää", wackelt als gebrechliche Oma durch die Halle, betritt die Bütt und zündet ein Witze-Feuerwerk, dass es das Publikum kaum auf den Sitzen hält. Doch hinter der Maske der "Miss Oh Näää" steckt mehr als nur ein 39-jähriger Büttenredner des Karnevalsvereins "Die Kowe" aus Auersmacher. Bereits mit acht Jahren stand Kany 1983 auf der Bühne der "Kowe" im Ruppertshofsaal. Zunächst als Funkenmajor und Tänzer, im Alter von zwölf Jahren folgte der erste Auftritt in der Bütt - als "Mister Oh Näää"."Ich bin neun Jahre als 'Mister Oh Näää' aufgetreten. Dann hat mir meine Mutter eine lustige Geschichte von Zwetschgen-Knödel erzählt. Das war so komisch, dass ich sie in der Bütt erzählen wollte. Allerdings ging das nur als Frau verkleidet. Und da wurde 1998 aus dem Mister eben die Miss Oh Näää", erklärt Kany. Eine Kultfigur an der Oberen Saar trat ihren Siegeszug antrat. 2006 stand er an einem Abend gleich fünf Mal bei fünf Kappensitzungen in der Bütt. "Das war anstrengend. Im Prinzip verbringt man den ganzen Abend nur im Auto und in der Bütt. Das mache ich heute nicht mehr. Irgendwann will man ja auch mal was von einer Kappensitzung haben", sagt der 39-Jährige.


Doch das junge "Kowe"-Aushängeschild macht viel mehr. Kany hat fast alle Garden der "Kowe" schon trainiert und stand ebenso mit fast allen auf der Bühne. "Natürlich hatte ich auch andere Hobbys wie Fußball spielen oder Turnen, aber die Faasenacht war immer die Nummer eins", sagt der gelernte Schreiner, der bereits zwölf Mal das Bühnenbild im Ruppertshofsaal entworfen und verwirklicht hat.

Auch wenn es darum geht, die passende Musik für Märsche und Tänze zu mischen und zu schneiden, gibt es nur eine Anlaufstelle: Carsten Kany. Für alle elf Auftritte der "Kowe"-Garden schneidet der 39-Jährige in diesem Jahr die Musik. Darüber hinaus gibt es auch andere Karnevalsvereine, denen Kany bei der Musik helfend zur Seite steht.

Und wie geht es weiter mit ihm und der Faasenacht? "Dafür habe ich bis Aschermittwoch gar keine Gedanken. Es gibt so ziemlich jeden Tag etwas zu tun. Ich stehe zwar in zwei Jahren 33 Jahre auf der Bühne, aber ans Aufhören denke ich noch nicht. Dafür macht mir das alles noch zu viel Spaß", sagt die "Miss Oh Näää", die am heutigen Freitag ihr erstes großes Heimspiel hat. Um 19.30 Uhr beginnt die Kappensitzung der "Kowe" im Ruppertshofsaal. Dann steht Kany wieder in der Bütt, ebenso bei der zweiten Sitzung am kommenden Samstag. Kany hat die Faasenacht an der Oberen Saar geprägt hat wie kaum ein anderer. leh