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Landessportverband
Ministerpräsident fordert stärkere Kontrolle des Landessportverbands

 Ministerpräsident Tobias Hans (CDU)
Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) FOTO: dpa / Oliver Dietze
Saarbrücken. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, strikte Kontrollmechanismen beim maroden Landessportverband Saarland (LSVS) einzuführen. Von Nora Ernst
Nora Ernst

„Die Strukturen müssen auf den Prüfstand. Sie haben definitiv nicht funktioniert“, sagte er am Freitag in der Staatskanzlei. Er glaube nicht, dass das ehrenamtliche Präsidium weiterhin die „komplette Verantwortung“ tragen könne, „ohne eine vernünftige Finanzaufsicht“. Eine denkbare Option sei, die operativen Aufgaben der Hauptgeschäftsführung zu übertragen und dem Präsidium des Verbands nur eine Kontrollfunktion zuzuschreiben.


Ein Nachfolger für den zurückgetretenen LSVS-Präsident Klaus Meiser ist laut Hans derzeit nicht in Sicht: „Ich sehe niemanden, der bereit wäre, sofort den Vorsitz im Präsidium zu übernehmen.“

Er sei überzeugt, dass es der richtige Weg sei, dem Landessportverband die Chance zu geben, sich aus eigener Kraft zu sanieren – auch wenn dies mit harten Einschnitten beim Personal und Unsicherheit innerhalb des Saar-Sports und unter Spitzensportlern verbunden sei. 62 seiner 182 Mitarbeiter will der LSVS entlassen (die SZ berichtete). Der Ministerpräsident erklärte, man werde die Beschäftigten nicht alleine lassen und „Wege aufzeigen, wie man helfen kann“. Auch die Gewerkschaften müssten dabei miteinbezogen werden. 



In den Augen der Öffentlichkeit seien es Politiker gewesen, die die Misere beim LSVS verursacht haben, sagte Hans. „Wenn der ein oder andere in den beiden großen Volksparteien denkt, man könnte das wegschieben, ist das eine irrige Auffassung“, so Hans. Die Politik dürfe sich hier „keinen schlanken Fuß machen“. Deshalb werde die saarländische Landesregierung in ihrer nächsten Kabinettssitzung am Dienstag beraten, wie sie die Sanierungsmaßnahmen beim Landessportverband flankieren könne. Es gehe darum, den Landessportverband zukunftsfest zu machen. Fertige Konzepte dafür gebe es noch nicht.