| 20:19 Uhr

Michael Simon erhält den Fair-Play-Preis

Riegelsberg. Michael Simon ist Kapitän des Fußball-Bezirksligisten FC Riegelsberg II. Obwohl seine Mannschaft die Qualifikation für die Landesliga verpasst hat, wird er an diesem Sonntag vor dem letzten Saisonspiel in Kleinblittersdorf geehrt: Er erhält den Preis für die Fair-Play-Geste des Monats.Am 20 Von SZ-Mitarbeiter Sascha Zobel

Riegelsberg. Michael Simon ist Kapitän des Fußball-Bezirksligisten FC Riegelsberg II. Obwohl seine Mannschaft die Qualifikation für die Landesliga verpasst hat, wird er an diesem Sonntag vor dem letzten Saisonspiel in Kleinblittersdorf geehrt: Er erhält den Preis für die Fair-Play-Geste des Monats.



Am 20. Spieltag hatte Simon im Spiel gegen den TuS Herrensohr eine Schiedsrichter-Entscheidung zu seinen Ungunsten korrigiert. 80 Minuten waren gespielt, als Herrensohr beim Stande von 1:1 einen Strafstoß verwandelte. Da der Ball aber durch ein Loch im Tornetz ins Aus gerollt war, entschied der Unparteiische auf Eckball. Simon erklärte ihm postwendend, dass der Ball die Torlinie überquert hatte, woraufhin der Schiedsrichter den Treffer zum 2:1 für Herrensohr anerkannte. Riegelsberg verlor das Spiel letztlich mit 1:4 - und damit den Anschluss an die Qualifikationsplätze. "Mit einem geringeren Punkte-Rückstand nach diesem Spiel wären manche Spiele der letzten Wochen anders ausgegangen", ist Stefan Urnau, Trainer des FC Riegelsberg II, sicher.

Nun erhält Simon für eine eigentlich zu erwartende Geste einen Preis. Denn sein aktiver Fair-Play-Gedanke hat längst nicht alle Fußballplätze erreicht. Zu oft steht der Erfolg im Vordergrund von Auftreten und Handeln der meisten Fußballer. Auch Stefan Urnau gibt zu: "Zuerst war ich ein wenig verärgert und dachte: Sei ruhig, sag' nichts. Schließlich hätten wir bei einem Sieg beste Chancen auf die Qualifikation gehabt. Doch im Nachhinein war Michaels Handeln völlig richtig."

Das hat auch der Saarländische Fußballverband (SFV) erkannt und wirbt mit der Verleihung des Fair-Play-Preises dafür, dass möglichst viele Fußballer für den Gerechtigkeits-Gedanken eintreten. Gegner von Urnaus Mannschaft müssen sich da keine Sorgen machen. "Ich glaube, alle meine Spieler hätten das so gemacht. Wir sind beinahe zu fair", meint Urnau.

Kurioserweise sah der Riegelsberger Spielführer in der Endphase der Partie noch die Gelb-Rote Karte. Er hatte sich beim Schiedsrichter über eine vermeintlich falsche Entscheidung zu laut beschwert. Im Eifer des Gefechts kann Gerechtigkeit um jeden Preis also auch negative Folgen haben. Trotzdem ist Simon auf und neben dem Platz ein Vorbild. "Er ist ein Gewinnertyp, aber er ordnet dem Sieg nicht alles unter. Daran arbeite ich auch mit der Mannschaft. Denn man kann auch körperlich robust spielen und dabei sehr fair bleiben", findet Trainer Urnau.

Wenn sich ab sofort andere Fußballer dem Verhalten von Simon anschließen, muss der SFV vielleicht irgendwann keine Fair-Play-Preise mehr verleihen.