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Mehr Mut zur Offensive

Wieder richtig in Tritt kommen: Sascha Bottelberger (rechts) hatte als Spieler mit dem FC Freisen Erfolge. Jetzt soll er als Trainer den Abstieg verhindern. Dabei setzt der frühere Abwehrspieler auf mehr Fitness, mehr Offensive und die Rückkehr zur Vierer-Abwehrkette. Foto: taf
Wieder richtig in Tritt kommen: Sascha Bottelberger (rechts) hatte als Spieler mit dem FC Freisen Erfolge. Jetzt soll er als Trainer den Abstieg verhindern. Dabei setzt der frühere Abwehrspieler auf mehr Fitness, mehr Offensive und die Rückkehr zur Vierer-Abwehrkette. Foto: taf
Freisen. Voller Zuversicht war der Fußball-Verbandsligist FC Freisen im August in die Saison gestartet. Im Vorderfeld mitspielen - so lautete das Saison-Ziel. Doch dann kam alles ganz anders: Nach dem fußballerischen 1:8-Offenbarungseid beim VfL Primstal trat Trainer Werner Mörsdorf am fünften Spieltag aus gesundheitlichen Gründen zurück. Schon zuvor hatte es heftig rumort Von SZ-Mitarbeiter Frank Faber

Freisen. Voller Zuversicht war der Fußball-Verbandsligist FC Freisen im August in die Saison gestartet. Im Vorderfeld mitspielen - so lautete das Saison-Ziel. Doch dann kam alles ganz anders: Nach dem fußballerischen 1:8-Offenbarungseid beim VfL Primstal trat Trainer Werner Mörsdorf am fünften Spieltag aus gesundheitlichen Gründen zurück. Schon zuvor hatte es heftig rumort. Spieler hatten sich beim Vorstand über die dominante Art des Trainers beschwert. Der wesentlich ruhigere 45-jährige Marko Heinrich übernahm die Mannschaft - und startete mit einem 4:2-Sieg gegen den SV Humes vielversprechend. "Die Spieler waren damals sehr verunsichert", blickte Heinrich zurück. Doch der erste Saisonerfolg brachte nicht die erhoffte Wende. "Viele Spieler konnten aus den unterschiedlichsten Gründen nicht trainieren, die Mannschaft hat sich so von selbst aufgestellt", erklärt Heinrich die Probleme. Seine Umbaumaßnahme in der Defensive, mit Erik Knibbe als neuem Torwart und die Beorderung von Routinier Frank Scheer auf den Liberoposten zeigte insgesamt wenig Wirkung. Mit 57 Gegentreffern verfügt der FCF über die schwächste Abwehr der Liga.In der Offensive fehlten Alternativen. "Dadurch hatte ich keine Möglichkeiten, etwas zu korrigieren", klagte Heinrich. Von den erzielten 23 Toren gehen alleine 16 auf das Konto von Torjäger Patrick Clos. Anderen fehlte es dagegen an Einsatzwillen. Im November ergriff Spielführer Christof Rauber die Initiative und kritisierte öffentlich die Einstellung seiner Mitspieler. Immerhin: Vor der Winterpause gewann das Schlusslicht dann noch mit 3:2 in Ballweiler und spielte 2:2 gegen Habach. Damit war wenigstens der Kontakt zu den Abstiegsmitkonkurrenten Einöd-Ingweiler und Neunkirchen II (alle acht Punkte) wieder hergestellt. Für Heinrich stand dennoch schon im Oktober fest, dass er zur Winterpause wieder aufhören wird.


Der FCF-Vorstand installierte den ehemaligen Abwehrspieler Sascha Bottelberger als dritten Trainer in dieser Spielrunde. Ab dem 8. Januar startet der 34-Jährige mit der Vorbereitung auf die Restserie. Bei seinem Auftrag. den Klassenverbleib zu schaffen, hat der Trainer-Neuling in der Verbandsliga klare Vorstellungen. "Die Fitness der Spieler muss zu einhundert Prozent stimmen. Bislang waren sie nach 60, 70 Minuten regelmäßig platt", nannte Bottelberger als Defizit. Durch eine Verbesserung im Ausdauerbereich würden sich die individuellen Fehler abstellen lassen.

Auch nach seinem verletzungsbedingten Laufbahn-Ende war Bottelberger immer nahe an der Mannschaft dran. "Ich denke, es wird so einfacher für mich, weil ich weiß, was die Spieler zu leisten im Stande sind", glaubt der in Kusel wohnende Übungsleiter. Von der taktischen Ausrichtung soll sich ebenfalls einiges ändern. Bottelberger schafft den Libero wieder ab und kehrt zur Viererkette zurück. "Im Mittelfeld sind wir am besten aufgestellt", sagt er. Im Angriff will er mit zwei Stürmern spielen lassen. "Ich werde versuchen, Patrick Schumacher für ein Comeback gewinnen zu können." Sollten seine Überredungsversuche scheitern, bleibe es bei Clos als einzigem Angreifer. "Den Klassenverbleib packen wir, sonst wäre ich nicht angetreten", gibt sich Bottelberger optimistisch.



Der FC Freisen testet am 30. Januar ab 18 Uhr in Wolfersweiler gegen den Saarlandligisten SV Hasborn. An gleicher Stätte trifft der FCF am 8. Februar, 19 Uhr, auf Landesligist SV Wolfersweiler.