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Mehr Blühflächen für Bienen

 Eine ausreichende Anzahl von blühenden Landschaften soll das Leben und Überleben von Bienen und anderen Insekten gewährleisten. Foto: Thorsten Wolf
Eine ausreichende Anzahl von blühenden Landschaften soll das Leben und Überleben von Bienen und anderen Insekten gewährleisten. Foto: Thorsten Wolf
Homburg. Wenn am Samstag, 17 Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Homburg. Wenn am Samstag, 17. Mai, der Kreisverband der Imker im Saarpfalz-Kreis zusammen mit dem Amt für Landwirtschaft des Kreises zu seiner Fachveranstaltung "Blühende Landschaften" einlädt, dann werden sich Fachleute aus den Bereichen Naturschutz, Landbewirtschaftung und kommunaler Verwaltung mit einem Thema befassen, das in den vergangenen Wochen an Brisanz gewonnen hat: die artgerechte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen. Nicht zuletzt die erkannte Nahrungsmittelknappheit und gestiegene Preise bei den Grundnahrungsmitteln haben die Frage nach einer sinnvollen - und damit intensiveren - Nutzung von Agrarflächen in den vergangenen Wochen aufgeworfen. Mit der Fachveranstaltung will das Netzwerk "Blühende Landschaften", geschlossen aus Aktiven aus Imkerei, Landwirtschaft und Naturschutz, einen Bereich der Bewirtschaftung beleuchten, der in der Vergangenheit nur allzu oft vergessen wurde. Es geht um nötige, aber fehlende Blühflächen für Bienen. Ein schwieriges Thema angesichts der geäußerten politischen Forderung, nun verstärkt auch wieder Brachflächen agrarseitig zu reaktivieren. "Es geht uns darum, möglichst viele Bürger für das Problem der Imker zu sensibilisieren", erläutert der Leiter des Amtes für Landwirtschaft, Norbert Lamberty. Die liegen in einem dramatischen Rückgang der Möglichkeiten für Bienen, lebenswichtige Pollen zu sammeln. "Das hat zu großen Verlusten bei den Bienenvölkern geführt." Ein Umstand, der nur auf den ersten Blick nebensächlich wirkt. "Es gibt inzwischen einfach zu wenige Pflanzen, die Pollen tragen", schätzt Heinz Jung vom Kreisverband der Imker die Situation ein. Führt dies zu einem nachhaltigen Verlust bei den Bienenvölkern, droht dem Kreislauf der Natur beträchtlicher Schaden. Was sich aber im ersten Moment anhört, wie ein aufziehender Konflikt zwischen dem Wunsch nach Blühflächen und der Intensivierung der Landwirtschaft, ist im Kern keiner. "Wir sind auf die Bienen angewiesen, gerade mit Blick auf die Befruchtung der Pflanzen", verdeutlicht Richard Schreiner, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes im Saarpfalz-Kreis die Bedeutung, die man dort den Insekten zumisst. Eine Lösung könnte der so genannte Zwischenfruchtanbau sein. Hier wird zwischen dem Anbau der Nutzpflanzen Blühendes auf den Feldern ausgesät. Schreiner: "Das wird aber noch zu wenig genutzt." Und das hat seine Gründe: Entsprechendes Saatgut ist teuer, der für die Aussaat benötigte Kraftstoff auch, viele Flächen liegen in den Zwischenzeiten brach. Wie am Ende die Lösung zum Wohle aller aussehen könnte, auch das soll die Fachveranstaltung klären. Für Lamberty besteht Potenzial auch im Engagement von Bürgern und Kommunen. "Gerade im privaten oder kommunalen Bereich könnte man aktiv werden und dort über entsprechende Anpflanzungen für blühende Landschaften sorgen." "Es gibt inzwischen einfach zu wenig Pflanzen, die Pollen tragen." Heinz Jung,Kreisverband der Imker




Auf einen BlickDie Fachveranstaltung "Blühende Landschaften", findet am Samstag, 17. Mai, ab 14 Uhr im großen Sitzungssaal des Homburger Rathauses statt. Es referiert Ulrich Hampl vom Netzwerk "Blühende Landschaften." thw