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Mehr als ein paar Stunden Deutsch

Die Sommerschüler proben schon fleißig für ihre Abschluss-Aufführung am kommenden Freitag. Foto: Jenal
Die Sommerschüler proben schon fleißig für ihre Abschluss-Aufführung am kommenden Freitag. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Völklingen. Die Sommerschule ist unter anderem dazu da, Jugendlichen mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache näher zu bringen. Doch die Schüler tun auf dem Sonnenhügel weit mehr, als nur Vokabeln zu lernen. Von SZ-MitarbeiterAndreas Lang

Wasserschlachten liegen hoch im Kurs bei den 16 Jungs und Mädchen, die gerade die Sommerschule in der Erweiterten Realschule am Sonnenhügel besuchen. Denn das spritzige Vergnügen sorgt an den heißen Mittagen oft für Abkühlung unter den Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die in der Sommerschule ihr Deutsch verbessern wollen. Birgit Spengler vom Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) informiert: "Eine solche Sommerschule machen wir jetzt im siebten Jahr, und es zeigen sich bereits richtig gute Erfolge: Die Teilnehmer stärken ihre Persönlichkeit, entdecken neue Talente und lernen die Schule völlig anders kennen." So sprechen die Teilnehmer die Betreuer zwar mit Vornamen an, es bleibt aber beim "Sie", sagt Margareta Betzhold, die den Schülern als "Frau Margareta" das Bücherlesen nahe bringt: "Offiziell ist das Lesen ja uncool, aber ich merke hier, wie sie sich gerne mal mit einem Buch zurückziehen."

Ela Otto ist für den Theaterteil zuständig, der laut Motto "Theater träumt Schule" dieses Mal den Hauptteil ausmacht. "Wir erfinden unsere eigenen Geschichten und spielen die dann nach", berichtet sie. Beim Theaterspiel und beim Sport käme das mit dem Deutsch irgendwann fast von alleine. "Übrigens haben die Schüler bei unseren Aktivitäten fast immer ein Mitspracherecht."

Drei Wochen dauert die Sommerschule insgesamt, da es schon in der letzten Schulwoche losgegangen ist, endet sie am Wochenende. Und zwar mit einem Knalleffekt. Die Schüler aus den 14 teilnehmenden Schulen aus Saarlouis, Schmelz, St. Ingbert und Saarbrücken-Dudweiler kommen alle nach Völklingen, um dort am Freitag ab 14 Uhr ein großes Programm aufzuführen. Mit ganz viel Theater und Musik. Jüngste unter den Völklinger Sommerschülern ist Lousin Zana, die ab dem kommenden Schuljahr zur ERS gehört. Die Neunjährige mag neben den Wasserschlachten Volleyball und Fußball. "Ich fühle mich hier schon richtig wohl", sagt das türkisch-stämmige Mädchen in einwandfreiem Deutsch.

Am Dienstag war dann mal wieder Auspowern angesagt: Völkerball in der Turnhalle. Laut ging es dabei zu, aber auch das muss mal sein - für die Konzentration danach. Später ging es nämlich darum, das gemeinsame Abschlusslied zur Schlussfeier zu üben: "We are the world" von USA for Africa, mit dem sich dann auch die Sommerschüler schließlich in die Ferien verabschieden wollen.