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Maßnahmen gegen Schwachstellen

An diesem Rastplatz des „Bergeners“ stürzte im September 2012 ein Wanderer in den Tod. Foto: wkr
An diesem Rastplatz des „Bergeners“ stürzte im September 2012 ein Wanderer in den Tod. Foto: wkr FOTO: wkr
Losheim am See. Die Gemeinde Losheim hat nach dem Tod eines Wanderers ihr Sicherheitskonzept für Premiumwege weiterentwickelt. So werden Geländer und Brücken jetzt zweimal im Jahr von einem Schreinermeister überprüft. Von SZ-Redakteur Christian Beckinger

Bald ist es ein Jahr her, dass es auf dem Premium-Wanderweg "Der Bergener" in der Gemeinde Losheim am See zu einem tödlichen Unfall kam: Ein Wanderer lehnte sich an ein Holzgeländer, das an einem steilen Abhang eines alten Steinbruchs aufgebaut war. Das Geländer gab nach, der Mann stürzte in die Tiefe und kam zu Tode.

Die Gemeinde hat nach dem Unfall im September 2012 ihr Sicherheitskonzept für Premiumwege auf Schwachpunkte untersucht und weiterentwickelt. Zudem haben Vertreter der Gemeinde bei der Erarbeitung des landesweiten Sicherheitskonzepts für Wanderwege mitgearbeitet. In dieses Konzept waren alle zuständigen Institutionen eingebunden.

Jetzt hat der Tourismus-Eigenbetrieb der Gemeinde Losheim zusammen mit der Verwaltung Kernpunkte des optimierten Sicherheitskonzeptes vorgestellt. Alle Bauwerke auf den Routen von Premiumwegen wie Brücken, Stege oder Geländer werden seit Oktober 2012 zweimal im Jahr von einem Schreinermeister überprüft und bei Bedarf erneuert. Diese Prüfungen werden jeweils auch protokolliert, heißt es von Seiten der Gemeinde. Bei Meldungen von Wanderern über Probleme sei "spätestens am nächsten Tag" ein Mitarbeiter vor Ort, um das Problem zu lösen.

Die Gemeinde geht nach eigenen Angaben über das, was rechtlich gefordert ist, hinaus: "Durch das Urteil des Bundesgerichtshofs vom Oktober 2012 zur Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen im Wald ist diese weitgehend entfallen. Trotzdem werden bruchgefährdete oder umgefallene Bäume zeitnah durch den Forst entfernt." Die Wege würden zudem viermal pro Jahr von den Wegewarten der Tourist-Info auf Vollständigkeit der Beschilderung überprüft.

Auch die Sicherheits-Ausstattung der Wege wurde ausgebaut: "Um bei möglichen Unfällen die Rettungsdienste möglichst schnell zum Unfallort zu bringen, wurden beim Saar-Hunsrück-Steig in Abstimmung mit der Rettungsleitstelle im Abstand von drei Kilometern Rettungspunkte angebracht", so die Gemeinde. Zusätzlich wurde zur besseren Orientierung an jedem Kilometer-Punkt ein entsprechendes Hinweisschild mit Angabe des Streckenkilometers angebracht. Dieses System soll auf alle Wege in der Gemeinde ausgeweitet werden: "Der Felsenweg in Losheim wird im Herbst ebenfalls mit Rettungspunkten und Kilometer-Schildern ausgestattet. Die anderen Wege folgen im Frühjahr 2014", teilt die Gemeinde mit.

Bei aller Sicherheitsplanung sollte dennoch nach Darstellung der Tourismusverantwortlichen bedacht werden, dass Unfälle niemals ganz ausgeschlossen werden können. "Deshalb ist die Eigenverantwortlichkeit jedes Wanderers von hoher Bedeutung." Die Gemeinde betont: "Es ist auch nicht möglich und sinnvoll, alle potenziellen Gefahrenstellen mit Warnschildern auszustatten. Das würde zu einem Schilderwald führen und eine Sicherheit suggerieren, die im Wald als Naturraum nicht realisierbar ist."

Die Premiumwege sind trotz des Zwischenfalls im vergangenen Jahr nach Darstellung des Tourismus-Eigenbetriebs "auch in diesem Jahr stark besucht", und die Rückmeldungen der Wanderer, ergänzt Bürgermeister Lothar Christ, "zu 99 Prozent positiv". Der Ausbau der Premiumwege habe demnach die Übernachtungen in Losheim seit 2006 um mehr als 30 Prozent gesteigert und beim Tagestourismus für Zuwächse von 20 Prozent gesorgt.

Das landesweite Sicherheitskonzept für Premiumwege kann im Internet unter www.saarland.de/SID-3BAA941F-B3889F80/59779.htm runtergeladen werden.