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Nachwuchs-Sorgen
Massiver Rückgang der Bewerber bei Saar-Polizei

(Symbolbild).
(Symbolbild). FOTO: dpa / Silas Stein
Saarbrücken. Der Job des Polizisten findet offenbar immer weniger Interesse. Im Saarland fehlt Nachwuchs. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Immer weniger junge Saarländer wollen Polizist werden. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) haben sich in diesem Jahr nur 600 Menschen für die 124 zu besetzenden Stellen beworben. Vor zehn Jahren seien es noch rund 1300 gewesen, im vergangenen Jahr 850. GdP-Landeschef David Maaß sagte, die politisch Verantwortlichen hätten das Schiff „Polizei“ in den letzten Jahren sehenden Auges in Richtung Eisberg gesteuert. „Der Personalabbau, die hohe Arbeitsbelastung und die schlechte Besoldung verleiten junge Menschen offenbar, sich in der freien Wirtschaft oder bei anderen Polizeien zu bewerben“, sagte er. Die Belastungsgrenze sei in vielen Arbeitsbereichen überschritten. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Sascha Alles, reagierte „mit großem Entsetzen“ auf die aktuellen Zahlen. Sie kritisierte, dass es von der Bewerbung bis zur Zusage über ein halbes Jahr dauere, das sei im Lichte der großen Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr zeitgemäß.