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Maringer von der Mosel

Wie sind unsere Familiennamen entstanden? Dieser Frage widmet sich Namensforscher Wolfgang Reget. Für die SZ geht er immer freitags der Herkunft von Familiennamen auf den Grund. Diesmal: Woher stammt der Name Maringer? Der Name Maringer (auch Maring) ist in vielen Gegenden Deutschlands, vor allem aber in Südwestdeutschland stark verbreitet

Wie sind unsere Familiennamen entstanden? Dieser Frage widmet sich Namensforscher Wolfgang Reget. Für die SZ geht er immer freitags der Herkunft von Familiennamen auf den Grund. Diesmal: Woher stammt der Name Maringer? Der Name Maringer (auch Maring) ist in vielen Gegenden Deutschlands, vor allem aber in Südwestdeutschland stark verbreitet. Schwerpunktmäßig kommt er im Landkreis Merzig-Wadern vor. Es handelt sich dabei eindeutig um einen Herkunftsnamen. Allein in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gibt es vier Orte namens Mehringen. In unserer Region kommen zwei Herkunftsorte als Namensgeber in Frage. Es handelt sich um die Weinorte Mehring und Maring (heute Maring-Noviant), beide zirka 18 bzw. 32 Kilometer flussabwärts von Trier gelegen. Von den adligen Herren von Maring, die auf Schloss Bübingen bei Nennig residierten, stammen die heutigen Maringer sicherlich nicht ab. Um 1600 wurde in der Stadt Trier ein neu aufgenommener Bürger entsprechend seinem Herkunftsort Meringer genannt. Diverse Namensvarianten (Mering, Merring, Maring oder Maringer) wechselten in der Folgezeit häufig, bis sich der Name schließlich zu Maringer verfestigte. Er verbreitete sich rasch entlang der Mosel und zudem saaraufwärts. Schon vor dem 30jährigen Krieg lebten zahlreiche Maringer in Saarburg. Um 1670 tauchte der Name erstmals in Merzig auf, wo zahlreiche Nachkommen den Namen vererbten. Zur selben Zeit heiratete in Dillingen ein junger Mann, von Beruf Schuster, in eine einheimische Familie ein. Er selbst nannte sich Schumichel, aber seine Kinder wurden nicht nach dem väterlichen Beruf benannt, sondern hießen fortan Maringer. Ein männlicher Nachkomme wurde im benachbarten Düppenweiler sesshaft und sorgte für die weitere Verbreitung des Namens in den benachbarten Dörfern.