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Malteser jetzt auch in St. Ingbert

St. Ingbert. Seit Sonntagmittag hat auch St. Ingbert eine Malteser-Vereinigung. Schon vormittags wurde in der Pfarrkirche St. Michael mit einem feierlichen Gottesdienst der Gründung festlich gedacht. Danach ging es zur eigentlichen Veranstaltung nach nebenan in den Pfarrsaal Von SZ-Mitarbeiter Jörg Martin

St. Ingbert. Seit Sonntagmittag hat auch St. Ingbert eine Malteser-Vereinigung. Schon vormittags wurde in der Pfarrkirche St. Michael mit einem feierlichen Gottesdienst der Gründung festlich gedacht.


Danach ging es zur eigentlichen Veranstaltung nach nebenan in den Pfarrsaal. Wie der Diözesanleiter der Malteser bei der Begrüßung der Gäste betonte, sei dies nicht nur einfach nur eine neue Gliederung. Nein, für Johannes Freiherr von Warsberg ist dies gar ein Geburtstag. "Das kommt nicht oft vor", meinte der Mann aus Speyer. Heutzutage sei es ein seltener Anlass, wenn vor Ort die Malteser gegründet werden. Auch 961 Jahre nach der ursprünglichen Maltesergründung sei man unterwegs, um sich für die Ideale einzusetzen.

Ritterliche Tugenden



So ist jedes Mitglied auch gleichzeitig dem Orden angehörig, aus dem die Malteser entstanden sind. So symbolisiert das Malteserkreuz mit seinen acht Spitzen die gleiche Anzahl an ritterlichen Tugenden: Demut, Freude, Verstand, Klugheit, Fairness, Selbstbewusstsein, Höflichkeit und Verantwortungsbewusstsein. Nach der Theorie war es dann soweit: Der Malteser-Chef der Diözese überreichte Pfarrer Keller offiziell die Gründungsurkunde.

Da man die Rituale des Ordens pflegt, werden manche Positionen nicht gewählt, sondern ernannt. Freiherr von Warsberg ernannte Sabine Grimm zur Leiterin des Besuchs- und Begleitdienstes. Oliver Latz wurde zum Leiter des Sanitätsdienstes ernannt. Und Pfarrer Keller ist offiziell der Stadtbeauftragte des Malteser Hilfsdienstes. Keller ging in seiner Rede auf die Geschichte ein, wie es überhaupt zu den Maltesern in St. Ingbert kam. Sozialisiert durch ein sozial-katholisches Elternhaus - die Eltern waren natürlich bei der Veranstaltung stolz anwesend - und durch das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe, fiel dem Geistlichen irgendwann auf, dass eine solche Organisation in St. Ingbert gar nicht vorhanden ist.

Bei seinem Amtsantritt hatte er schon eine ähnliche Idee. Da die Zahl einsamer, alter Menschen zunimmt, verstärkte sich dieser Wunsch. Bei einer Rom-Wallfahrt mit Behinderten, kam er mit den Maltesern in Kontakt. Kurz danach fand bereits die erste Infoveranstaltung statt, die recht gut besucht war. Als erstes geht es nun darum, die Bewohner der Altersheime zu besuchen. Das Pflegepersonal hat nicht ausreichend Zeit für Gespräche mit den Alten und Pflegebedürftigen. Das Mathildenstift wird den Anfang machen. Denkbar wäre auch den Schulsanitätsdienst an den katholischen Schulen zu betreuen. Für die Startphase hat man schon viel Hilfe von den Maltesern in Saarbrücken und in Homburg erhalten. Pfarrer Keller strotzt da auf seine ihm bekannte Art und Weise nur so vor Tatkraft: "Die Malteser werden groß werden!", meinte der frische St. Ingberter Malteser-Chef. Die Gruppierung sei ein Segen für Kranke, Einsame und Bedürftige. Oliver Latz überreichte Keller im Auftrag der Gruppierung noch eine Kerze mit Malteser-Emblem zum Dank für die geleistete Aufbauarbeit.