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Wechsel bei der Saar-SPD
Maas’ Verzicht könnte die Saar-SPD stärken

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Oliver Schwambach

Reisende soll man nicht aufhalten, heißt es: Und Heiko Maas hat politisch wie privat längst Berlin zu seiner neuen Heimat gemacht. Da nun die Chancen, dass er bleibt, was er ist, Bundesjustizminister nämlich, wieder wachsen, mag ihm der Abschied vom Landesvorsitz leichter werden. Für die Saar-SPD ist das so wichtig wie nötig. Nicht, weil Maas kein prägender Landesvorsitzender war. Im Gegenteil: Durch Oskar Lafontaine, der die Linke im Saarland gern als eine Art zweite, „originalere“ SPD anpries, war Maas lange mehr Verteidiger denn Angreifer. Noch dazu musste er die Rolle eines Lafontaine-Zöglings erstmal abschütteln. Seine mutmaßliche Nachfolgerin Anke Rehlinger ist davon unbelastet. Sie muss nun weiter gestärkt werden, will man Über-Landesmutter Annegret Kramp-Karrenbauer endlich mal Paroli bieten. Zwar hat Noch-Vize Rehlinger als Spitzenfrau im Landtagswahlkampf – Schulz-Effekt hin und her – schon ein respektables Gesellinnensstück abgeliefert mit 29,6 Prozent der Stimmen; bedenkt man zudem, wie sehr die Sozis andernorts in den Keller rauschten. Doch es ist höchste Zeit, dass die erste Frau der SPD im Saar-Kabinett auch die Saar-SPD führt. Einen Partei-Landesverband aus Berlin fernzusteuern, wie Maas das über Jahre versuchte, taugt auf Dauer eben nicht. Umso fragwürdiger, dass das Berliner Modell mit Christian Petry als Generalsekretär nun fortgesetzt wird. Aber auch da tat Wechsel Not, denn Amtsinhaberin Petra Berg war viel zu unauffällig.