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Politischer Aschermittwoch bei der Saar SPD
Maas und Rehlinger werben für die Groko

Vor rund 500 Zuschauern in der Niedtalhalle in Rehlingen-Siersburg feierte die Saar SPD ihren Politischen Aschermittwoch. Der geschäftsführende Bundesjustizminister Heiko Maas und Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger machten sich für die Groko in Berlin stark.
Vor rund 500 Zuschauern in der Niedtalhalle in Rehlingen-Siersburg feierte die Saar SPD ihren Politischen Aschermittwoch. Der geschäftsführende Bundesjustizminister Heiko Maas und Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger machten sich für die Groko in Berlin stark. FOTO: Ruppenthal
Rehlingen-Siersburg. Von Johannes Schleuning
Johannes Schleuning

Deftig waren beim Politischen Aschermittwoch der Saar SPD gestern Abend nur die Heringe. Keine Seitenhiebe auf die politische Konkurrenz, keine Zoten, keine Kalauer. Die SPD ist ganz mit sich selbst beschäftigt. „Zusammenhalt und Stärke“ steht auf dem Rednerpult an das nacheinander Landesparteichef und Bundesjustizminister Heiko Maas und seine designierte Nachfolgerin Anke Rehlinger treten. Und „Zusammenhalt und Stärke“ ist es auch allein, was sie vor den rund 500 Zuschauern in der Niedtalhalle in Rehlingen-Siersburg eindringlich beschwören. Sie werben für eine Zustimmung zur großen Koalition beim Mitgliederentscheid, denn ein Nein sei bei dem vielen Erreichten im Koalitionsvertrag nicht vermittelbar. Maas „bittet“ um diese Zustimmung. „Wir haben eine Verantwortung“, appelliert Maas, auch wenn man nicht hundert Prozent der SPD-Forderungen habe herausholen können. Er zitiert die FAZ, wonach aber rund 70 Prozent des Koalitionsvertrages auf das Programm der SPD zurückginge. Als Beispiele nennt er die Reduzierung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen oder „dass der Familiennachzug ohne die SPD sicher ganz abgeschafft wird“. Den Kritikern einer Groko, insbesondere unter den Jusos, hält er entgegen: „Für viele in eurer Altersgruppe haben wir im Koalitionsvertrag viel erreicht.“ Maas räumt ein, dass der Koalitionsvertrag „keine große Vision enthält – wie sollte man mit CDU/CSU auch eine Vision formulieren?“ Aber mit dem Vertragswerk habe man viel Gutes für die Menschen geschaffen.


Während Maas die Personaldebatten in der SPD in den letzten Tagen schlicht „gruselig“ nennt, wird Wirtschaftsministerin Rehlinger da deutlicher: „Die Menschen haben die Nase voll von den Personaldebatten.“ Es gebe „viel Wichtiges im Koalitionsvertrag, was das Leben gerechter macht“. Dass in der SPD über eine Fortsetzung der großen Koalition heftig diskutiert werde, beweise nur, dass die SPD weiterhin eine echte Volkspartei sei. Und die auch Wert lege auf die Meinung ihrer Mitglieder. „Wir sind die Mitmach-Partei!“ Eindringlich ruft sie den Genossen zu: „Wir sollten unsere Erfolge nicht kleinreden, denn das macht uns auch klein.“ Und sie werbe dafür, „nicht den Lindner zu machen“ und die Regierungsverantwortung zu scheuen. Das einzig Deftige des Abends, die Heringe, steuerte Rehlinger auch nicht bei. Sie sei in den letzten Tagen zu beschäftigt gewesen, um von ihrem neuen Angelschein Gebrauch zu machen. Immerhin das – ein Kalauer.

Politischer Aschermittwoch - Heringsessen der SPD in Siersburg: Heiko Maas.

Foto: Rolf Ruppenthal/  14. Feb. 2018
Politischer Aschermittwoch - Heringsessen der SPD in Siersburg: Heiko Maas. Foto: Rolf Ruppenthal/ 14. Feb. 2018 FOTO: Ruppenthal