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Saarbrücken
Ludwigsparkstadion wird doch fertig gebaut

Die Arbeiten am Ludwigsparkstadion können endlich fortgesetzt werden. ⇥Foto: Thomas Reinhardt
Die Arbeiten am Ludwigsparkstadion können endlich fortgesetzt werden. ⇥Foto: Thomas Reinhardt FOTO: Thomas Reinhard
Saarbrücken. Die Landeshauptstadt Saarbrücken darf einen Millionen-Kredit aufnehmen. Noch kein Termin für die Fortsetzung der Bauarbeiten. Von Hélène Maillasson
Hélène Maillasson

Trotz miesen Wetters dürfte gestern ein schöner Tag für Fans des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken gewesen sein. Das CDU/SPD-Kabinett hat grünes Licht dafür gegeben, dass die Stadt Saarbrücken einen Sonderkredit aufnehmen darf. Damit kann das Ludwigsparkstadion doch noch fertig gebaut werden. Die Bauarbeiten waren im März gestoppt worden, weil die Kosten für die Sanierung von ursprünglich 20 auf 28 Millionen Euro geklettert waren. Damit drohte das Groß-Projekt zu platzen. Denn das Land bezahlt seinen Anteil – in diesem Fall 14,5 Millionen Euro – nur unter der Voraussetzung, dass die gesamte Finanzierung gesichert ist (wir berichteten).



Mit der Möglichkeit, einen Sonderkredit aufzunehmen, wird so verhindert, dass das Innenministerium seine Beteiligung an dem Projekt zurückzieht. Für Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) ist das „der richtige Weg“. „Die Kostensteigerung hat den Umbau des Ludwigsparkstadions zum Stocken gebracht und viele Fragen aufgeworfen“, erklärte sie gestern. Da das Land nun der Stadt erlaubt, einen Sonderkredit aufzunehmen, können die Pläne vorangetrieben werden. „Wir verhindern einen dauerhaften Baustopp, der nur zu weiteren nicht kalkulierbaren Kosten geführt hätte“, sagte Britz. Mitte Mai hatte eine Sitzung stattgefunden, bei der Vertreter der Stadt, des Stadtrates, des Planungsbüros und des 1. FC Saarbrücken sich auf einen Weiterbau verständigten. Die Stadt will jetzt die Bauarbeiten so schnell wie möglich fortsetzen. Wann das sein wird, steht allerdings nicht fest. Denn zuerst müssen weiterführende Planungsleistungen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro EU-weit ausgeschrieben werden. Wird dann die Grenze von 20 Millionen Euro erreicht, wird die Stadt den Sonderkredit beantragen müssen. Über welche Summe genau entscheidet sich erst zu diesem Zeitpunkt.

Das Geld, das sich die Landeshauptstadt für die Fertigstellung des Ludwigsparkstadions nun ausleihen kann, gehört zu Mitteln außerhalb des normalen Haushaltes. Laut Innenministerium wurde die Möglichkeit der Genehmigung von Sonderkrediten für bedeutsame kommunale Investitionsvorhaben von der großen Koalition im Zusammenhang mit der „Investitionsoffensive Saar“ auf den Weg gebracht. „Diese Kredite sollen für Investitionen zur Verfügung stehen, die für das gesamte Land von großer Wichtigkeit sind. Demnach kann von der Landeshauptstadt Saarbrücken ein entsprechender Antrag für den Bau des Ludwigsparks gestellt werden“, sagte eine Sprecherin. Ob die Stadt weitere Anträge für andere Projekte in anderen Bereichen als Sport stellen kann und wird, wurde nicht präzisiert.

Was die Fertigstellung des Stadions angeht, sieht Oberbürgermeisterin Britz die Kriterien erfüllt. Für sie ist die Saarbrücker Sportstätte auch über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus von Bedeutung: „Ein konkurrenzfähiges Ludwigsparkstadion ist aus sportpolitischen Gründen für das Land wichtig.“ Auch beim 1. FC Saarbrücken, dem potenziellen Hauptmieter, zeigt man sich über die Wiederaufnahme der Planungs- und Bauarbeiten erleichtert. ,,Das ist eine gute Nachricht für die Zukunft des Vereins“, erklärte FCS-Präsident Hartmut Ostermann.