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Luca und Sophie gehören zu den beliebtesten Vornamen im Land

Saarbrücken. Wie soll das Baby heißen? Bei der Namensgebung liegen saarländische Eltern voll im Bundestrend. Auch außergewöhnliche Namen sind erlaubt – aber wie weit Eltern gehen dürfen, entscheidet der Standesbeamte. adr

Wäre das königliche Baby von Herzogin Catherine und Prinz William nicht in London, sondern im Saarland geboren worden, würde es vermutlich Maximilian oder Leon heißen. Denn das sind zwei der beliebtesten Vornamen des vergangenen Jahres bei Eltern aus der Landeshauptstadt Saarbrücken, wie die Stadt auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Weitere beliebte Namen für Jungen sind Luca, Ben und Noah. Bei den Mädchen stehen demnach Sophie, Marie, Mia, Maria und Anna hoch im Kurs.

Eine einheitliche landesweite Vornamenstatistik für das Saarland gibt es nicht. Doch einzelne Kommunen veröffentlichen Listen mit den bei Eltern beliebtesten Vornamen. In St. Wendel zum Beispiel waren teilweise andere Namen als in Saarbrücken im Trend. Marie, Sophie, Emma, Lea und Emily führten die Liste bei den Mädchen an. Bei den Jungen waren es im Vorjahr Ben, Luca, Nils, Elias und Alexander.

Damit unterscheiden sich saarländische Eltern nicht wesentlich vom Bundesdurchschnitt. Laut der Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfDS) in Wiesbaden waren im Jahr 2012 die deutschlandweit beliebtesten Namen bei Mädchen Sofie/Sophie, gefolgt von Marie, Maria, Sofia/Sophia und Mia. Die Spitzenreiter bei Jungen waren Luca/Luka, Maximilian, Alexander, Paul und Ben.

Für alle Bundesländer gilt: Beliebte Namen bleiben beliebt. Die GfDS-Geschäftsführerin Andrea-Eva Ewels sagte: "Die ersten zehn Namen haben sich seit 20 Jahren kaum geändert." Außergewöhnlich und Favorit von Ewels ist im Moment der Vorname Kantorka. Auch Nemo - obwohl ungewöhnlich - sei bei der Namensgebung erlaubt.

Ewels rät aber zur Sorgfalt bei der Namenswahl: "Mit einem falschen Vornamen kann man viel Schaden anrichten." An Namen wie Luzifer, Zecke oder Störenfried sollte gar nicht erst gedacht werden. Allerdings sei es letztlich Ermessenssache des Standesbesamten, welchen Namen er für das Kind akzeptiere, sagt Horst Künzer vom Standesamt in St. Wendel. Habe er jedoch Bedenken, könne er versuchen, die Eltern auf dem Amt noch umzustimmen.