| 15:52 Uhr

Nach Kündigungswelle
LSVS erzielt keine Einigung vor Arbeitsgericht

Frühere Mitarbeiter des Landessportverbands gehen gegen ihre Kündigung vor.
Frühere Mitarbeiter des Landessportverbands gehen gegen ihre Kündigung vor. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Nach der Kündigungswelle beim LSVS setzen sich frühere Mitarbeiter zur Wehr. Am Freitag begannen in Saarbrücken gleich zwei Verfahren. Von Tobias Fuchs

Die Kündigungen beim Landessportverband für das Saarland (LSVS) beschäftigen nun auch die Arbeitsrichter. Am Freitag haben gleich zwei Verfahren begonnen: Laura H. und Sina S. gehörten zu den Ersten, die wegen der Finanzaffäre ihren Job verloren. In der vergangenen Woche kündigte der klamme LSVS weiteren 44 Mitarbeitern, um 1,5 Millionen Euro einzusparen.


Sanierungskonzept wird mitverhandelt

Bei Gericht geht es um die Zukunft der Beschäftigten – und die des Verbandes. Mitverhandelt wird auch das Sanierungskonzept für den LSVS. Denn: Die Trennungen dürfte es nicht zum Nulltarif geben. Vor diesem Hintergrund setzt Sina S. sich juristisch zur Wehr.



„Kleine Sache“ mit großer Wirkung?

LSVS-Anwalt Wolfgang Luckas nennt ihr Verfahren zwar eine „kleine Sache“. Doch jedes Zugeständnis könnte große Wirkung auf andere Entlassene haben. Luckas sagt: „Es ist überhaupt nicht klar, ob wir in den nächsten Monaten die Löhne noch zahlen können.“ Eine gütliche Einigung kommt nicht zustande – auch bei Laura H. nicht.

Anwalt spricht von „Scheinarbeitsverhältnis“

S. stand erst seit März auf der Gehaltsliste des LSVS. Davor hatte sie eine Anstellung beim Saarländischen Tennisbund (STB). Ihr Anwalt bezeichnet den Job jedoch als „Scheinarbeitsverhältnis“. Seine Mandantin habe sich um die Buchhaltung des STB gekümmert, zugleich um die Sportschule und weitere Verbände – für den LSVS.

LSVS-Anwalt: „Für mich eine Neueinstellung“

An ihren Aufgaben soll der Wechsel des Arbeitgebers nichts geändert haben: S. habe beim LSVS „dasselbe gemacht, am selben Schreibtisch“ – im selben Büro. Der LSVS-Anwalt kontert: „Für mich ist das eine Neueinstellung.“

Ganz ähnlich liegt der Fall bei Laura H., die im Frühjahr mit S. vom STB zum LSVS gekommen war. Pikant: Im Untersuchungsausschuss des Landtages wurde LSVS-Geschäftsführerin Karin Becker jüngst gefragt, ob es nach Bekanntwerden der Finanzaffäre noch Neueinstellungen gegeben habe. Nach Februar nicht mehr, sagte Becker. Damals habe man zwei Mitarbeiterinnen zu sich geholt – die beim STB unter Vertrag gestanden, aber für den LSVS gearbeitet hätten. Nach SZ-Informationen handelte es sich um S. und H. – denen der LSVS bald kündigte.