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LSVS-Affäre
Die Sportschule war ein Selbstbedienungsladen

Oliver Luksic ist ein Coup gelungen. Im Saarland gehören seine Freien Demokraten zur außerparlamentarischen Opposition. Nun lässt der FDP-Landeschef die Parteien im Landtag als Aufklärer der Finanzaffäre um den Landessportverband (LSVS) ziemlich alt aussehen. Von Tobias Fuchs

Innenminister Klaus Bouillon (CDU) bringt er in Erklärungsnot.


Sein Bundestagsmandat hat Luksic genutzt, um die Finanzaffäre nach Berlin zu tragen. Durch eine kleine Anfrage im Bundestag, die in der Landespolitik große Wirkung zeigen dürfte. Bundes- und Landesbehörden haben die Hermann-Neuberger-Sportschule über Jahre nutzen dürfen – ohne einen Cent zahlen zu müssen. Das Innenministerium, die Rechtsaufsicht des LSVS, vereinbarte Abenteuerliches: Seine Mitarbeiter durften in der hochdefizitären Schwimmhalle der Sportschule kostenlos ihre Bahnen ziehen.

Warum wird das erst jetzt bekannt? Weil die Sportschule ein Selbstbedienungsladen war. So selbstverständlich, dass sich offenbar kein Unrechtsbewusstsein einstellte. Das aufgedeckt zu haben, ist der eigentliche Coup von Luksic.