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Lothringen: Gedenken an Vertreibungen durch die Nazis

Metz. Eine Gedenktafel unweit des Centre Pompidou in Metz soll an die Vertreibung der Lothringer unter der deutschen Besatzung 1940/41 erinnern. Eingeweiht wird sie heute vom Metzer Bürgermeister Dominique Gros.Nach dem Einmarsch am 17

Metz. Eine Gedenktafel unweit des Centre Pompidou in Metz soll an die Vertreibung der Lothringer unter der deutschen Besatzung 1940/41 erinnern. Eingeweiht wird sie heute vom Metzer Bürgermeister Dominique Gros.Nach dem Einmarsch am 17. Juni 1940 begannen die Nationalsozialisten mit einer brutalen "Germanisierung", um alle Spuren französischer Kultur auszuradieren, teilte die Stadt Metz dazu mit. Ab dem 15. August habe sich der Metzer Widerstand formiert. Darauf reagierten die Nazi-Behörden am folgenden Tag mit der Ausweisung des Metzer Bischofs Heintz und starteten eine gewaltsame Säuberungsaktion. Sie vertrieben 100 000 "unerwünschte", weil als frankophil geltende, Einwohner in die freie Zone. Diese mussten alles Hab' und Gut zurücklassen, durften nur 50 Kilo Gepäck und 2000 Francs mitführen. Zumeist wurden sie am ehemaligen Metzer Güterbahnhof in Züge verfrachtet. An diesem Ort befindet sich heute das Centre Pompidou. Ihren Höhepunkt erreichten die Säuberungsaktionen ab dem 11. November 1940, als 60 000 bis 84 000 Lothringer aus dem Département Moselle vertrieben wurden. Insgesamt war fast die Hälfte der Bevölkerung des Dépar tements von den Vertreibungen betroffen. sbu