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| 21:12 Uhr

Lorig lehnt oberirdische Grabkammern ab

Völklingen Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang

Völklingen. Während der Friedhofs- und Bestattungsbetrieb der benachbarten Landeshauptstadt Anfang der Woche auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof bereits die zweite Anlage mit oberirdischen Grabkammern eingeweiht hat, kämpft der Ausländerbeirat der Mittelstadt Völklingen bisher vergeblich darum, dass auch das Völklinger Friedhofsamt diese vor allem bei aus Italien stammenden Bürgern beliebte Bestattungsform anbietet. Carmello Vitello, der Sprecher des Beirates, teilte bei der jüngsten Sitzung des Rates im Völklinger Rathaus den neuesten Sachstand mit. Demnach berufe sich Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig auf einen Gebietsschutz, den die Stadt Saarbrücken mit ihren Grabkammernanlagen habe. "Sie muss deshalb zustimmen", zitiert Vitello den Völklinger OB. Außerdem hielten Lorig und das Friedhofsamt eine solche Anlage für unwirtschaftlich. "Unter der Erde bestattet zu werden ist für viele Italiener nicht akzeptabel", erklärte Vitello. Die Hinterbliebenen würden deshalb eine teuere Überführung der Verstorbenen nach Italien auf sich nehmen, um diesen eine Bestattung in einer Grabkammer zu ermöglichen. Vitello ist sicher: "Sollte eine oberirdische Bestattung wie in Saarbrücken 3500 Euro kosten, bin ich überzeugt, dass meine Landsleute dies bezahlen würden." Lorigs Einwurf bezüglich eines Saarbrücker Gebietsschutzes habe Uwe Kunzler, der Leiter des Saarbrücker Friedhofsbetriebes, laut Vitello nicht bestätigt. Mohammad Maige, Sprecher des Saarbrücker Ausländerbeirates, empfahl seinen Völklinger Kollegen (als Gast bei deren Sitzung): "Sorgt dafür, dass der Stadtrat sich eine Meinung darüber bilden kann." In Sacheb oberirdische Grabkammern gilt der Saarbrücker Beirat bundesweit als Vorzeigegremium. Er hatte vor Jahren mit der Italienischen Gemeinde erstritten, dass vor zwei Jahren die bundesweit erste oberirdische Grabkammeranlage eingeweiht wurde. Im Namen des Völklinger Ausländerbeirates will Vitello jetzt erneut OB Lorig anschreiben. Übrigens, so stellte sich in der Diskussion heraus, haben auch nicht aus Italien stammende Menschen Interesse an einer oberirdischen Bestattung. So solle - im Fall der Fälle - vorher geprüft werden, ob im Interesse von islamischen Menschen einige Grabkammern sogar nach Mekka ausgerichtet werden könne.