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Vor Parteitag
Linksjugend beklagt Frontalangriff

Saarbrücken. Die Saar-Linke steht vor einem turbulenten Parteitag am Wochenende. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Im Mittelpunkt des Linken-Parteitages am Samstag in Völklingen steht die Wahl eines neuen Landesvorstandes. Derzeit wird noch nach Lösungen gesucht, unter anderem für die Frage, ob Jochen Flackus als Landeschef antritt. Dies macht er davon abhängig, wie das Personaltableau insgesamt aussieht. Darüber hinaus stehen weitere strittige Themen auf der Tagesordnung. In drei Anträgen wird etwa die Abwahl von Mitgliedern der Schiedskommission gefordert.



Zusätzlich gibt es vor dem Parteitag einen Konflikt zwischen der Linksjugend „Solid“ und dem „Forum Demokratischer Sozialismus“ (FDS), der innerparteilichen Strömung, der auch der Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze angehört. Die Linksjugend begehrt eine Besserstellung beim Delegiertenschlüssel für Parteitage. Das FDS lehnt dies ab. Als Gegenleistung schlägt das FDS vor, dass der Landesvorstand der Linken „nach den teils unterirdischen Äußerungen zu Oskar Lafontaine, Thomas Lutze, vor allem aber Sahra Wagenknecht“ ein Vetorecht bei Pressemitteilungen der Parteijugend erhalten soll.

Die Linksjugend spricht von einem „Frontalaufgriff“ auf den Jugendverband. Die Linksjugend brauche die Eigenständigkeit, auch um Zukunftsperspektiven für die Linke unabhängig von jedweder Einflussnahme aufzeigen zu können. „Dass das nicht immer jedem Parteimitglied gefällt, ist uns bewusst. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, bequem zu sein“, erklärte Dennis Weber von der Linksjugend.

Der Landtagsabgeordnete Dennis Lander, Mitglied der Linksjugend, forderte einen personellen Neuanfang in der ersten Reihe, um die Streitigkeiten zu überwinden. Da sei es wenig hilfreich, wenn eine Strömung versuche, „gerade den Jugendverband als Zukunft der Partei zu bekämpfen und ihn in seinen Rechten zu beschneiden“.