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Streit bei Linken geht weiter
Linke schließt weiteren Kritiker aus

Saarbrücken. Thomas Schaumburger, Malstatter Parteichef, will sich gegen den Beschluss wehren. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die Linke im Saarland hat den Vorsitzenden ihres zweitgrößten Ortsverbandes ausgeschlossen. Thomas Schaumburger, Chef der rund 160 Linken-Mitglieder in Saarbrücken-Malstatt, hatte vor der Bundestagswahl gemeinsam mit dem damaligen Landesschriftführer Addy Loch versucht, die Landesliste mit Spitzenkandidat Thomas Lutze zu Fall zu bringen. Schaumburger und Loch hatten Lutze vorgeworfen, die Listenaufstellung manipuliert zu haben.



Der Vorsitzende der Landesschiedskommission, Klaus Staut, bestätigte den Ausschluss Schaumburgers. Allerdings sagte Schaumburger der SZ, er habe zwei Wochen nach dem Beschluss noch nichts Schriftliches vorliegen. Die Landesschiedskommission habe den Verhandlungstermin absichtlich in seine Arbeitszeit gelegt. „Ich werde auf jeden Fall an die Bundesschiedskommission gehen und wenn nötig an die öffentlichen Gerichte“, sagte Schaumburger. „Hier geht es darum, Kritiker aus der Partei zu entfernen.“ Schaumburgers Mitstreiter Loch wurde ebenfalls bereits ausgeschlossen. Die Bundesschiedskommission hob den Sofortvollzug des Ausschlusses gegen Loch aber auf, so dass er bis zu einem rechtskräftigen Ausschluss Mitglied bleibt.