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Leute in Holz fühlen sich abgeschnitten

Holz. Nach einem Beschluss des Zweckverbandes wurde die von Saar-Pfalz-Bus bediente Buslinie 174 zwischen Göttelborn und Saarbrücken Ende Juni dieses Jahres eingestellt. Stattdessen wurde die RSW-Linie 172, die bisher von Göttelborn durch das Fischbachtal nach Saarbrücken fuhr, über Wahlschied und Holz zum Saarbahn-Haltepunkt Riegelsberg-Süd verlängert. dg

Laut Alexander Lill vom Zweckverband für den ÖPNV im Regionalverband sollen mit der neuen Verbindung Kosten eingespart werden. Eltern aus Holz beschwerten sich verärgert über die Einstellung und die damit verbundene "unzumutbar lange" Heimfahrt ihrer Kinder von der Schule (wir berichteten). Auch die saarländische Sektion des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat kürzlich an die Gemeinden Heusweiler und Quierschied sowie an die SaarPfalz-Bus GmbH und das saarländische Wirtschaftsministerium appelliert, möglichst bald zusammen mit den Betroffenen Ausgleich zu schaffen für die Buslinie 174 (auch hierüber berichtete die Saarbrücker Zeitung).

Jetzt meldet sich der VdK-Ortsverband Holz/Wahlschied/Kutzhof (Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Rentner) zu Wort: der Ortsverbandsvorsitzende Karlheinz Bruckmann hat einen Brief an seinen Parteigenossen, Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD), geschrieben, ihm die Situation geschildert und um Hilfe gebeten. Nicht nur Berufstätige sowie Schulkinder - die jetzt eine Stunde länger brauchen, um mit der Saartal-Linie über Heusweiler nach Saarbrücken zu fahren - seien betroffen, sondern auch ältere und behinderte Bürger. Viele von ihnen hätten Kontakt zu Bruckmann aufgenommen, weil sie beispielsweise nicht mehr mit dem Bus zum Friedhof fahren können. "Das ganze Holzer Unterdorf ist abgeschnitten", schreibt Bruckmann. Er äußert die Befürchtung, "dass ältere und behinderte Bürger nichts mehr wert sind und ihr Alltag immer mehr eingeschränkt wird".