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Letzte Haltestelle Schaufenster

Neunkirchen. Die Ausfahrt aus dem Neunkircher Kaufhof-Parkhaus hat es in sich. Zum zweiten Mal ist jetzt ein Auto direkt auf die andere Straßenseite gekracht. Endstation war einmal mehr das Schaufenster einer Boutique. Von SZ-RedakteurOliver Spettel

Man stelle sich vor, eine Autofahrerin hat gerade ihr Parkticket an der Ausfahrtschranke eingesteckt - musste dazu allerdings die Tür öffnen. Das Auto macht sich selbstständig, die Fahrerin stürzt zu Boden und das herrenlose Fahrzeug rollt die Ausfahrtrampe herunter, quer über die Straße, kracht gegenüber in einen Poller und dann in eine Hauswand. Gibt's nicht? Doch. Das Szenario beschreibt den aktuellsten Unfall in einer Serie von drei Vorkommnissen in Neunkirchen. Schauplatz: die Ausfahrt des Kaufhof-Parkhauses. Die Hauswand: Hebbelstraße 1-3, Heimat des Café Löwe und von Sahra-Moden.

Der jüngste Unfall liegt gerade zwei Wochen zurück (wir berichteten). Der Eigentümer des Hauses, Manfred Löwe, wünscht sich, dass Stadt und Kaufhof reagieren. "Es geht mir um den Schutz der Passanten und um den meines Eigentums", sagt er beim Ortstermin. Nachdem beim ersten großen Unfall vor rund vier Jahren ein Fahrzeug sogar durch das Schaufenster gebrochen war (siehe kleines Bild), hat die Stadtverwaltung weitere Poller anbringen lassen. An einer dieser Neuinstallationen hat das Unfallfahrzeug so viel Bewegungsenergie verloren, dass die Hauswand jetzt nur äußerlich beschädigt wurde. Ärgerlich trotzdem, da es sich um eine Verblendung aus teurem Naturstein handelt.

Viel mehr Sorgen macht sich Manfred Löwe aber um die Passanten. "Nebenan ist ein Ärztehaus", sagt er und zeigt auf die Hebbelstraße 2. Wer hier rauskommt, schaut laut Löwe im seltensten Fall auf die kleine orangefarbene Warnleuchte, die nach dem bislang schwersten Unfall vor vier Jahren angebracht worden war. "Hier gehen und stehen ständig Leute. Bisher war es wohl eher Glück, dass noch kein Passant ernsthaft verletzt worden ist", verleiht Löwe seiner Sorge Ausdruck.

Er sieht mehrere Handlungsmöglichkeiten. "Es wäre schön, wenn die Stadt zwei weitere Poller aufstellen könnte", so der besorgte Hausbesitzer. Die würden auf der gegenüberliegenden Seite mutmaßlich Hauswand und Passanten auf dem Gehsteig schützen. Die Stadt Neunkirchen verwies gegenüber unserer Zeitung auf die Poller, die bereits zum Schutz der Fußgänger aufgestellt worden seien. Generell wisse man um die Situation, heißt es aus dem Rathaus. Allerdings sehe man bei der Verwaltung auch den Betreiber in der Pflicht, "durch bauliche oder sonstige Vorkehrungen die Verkehrssituation an der Ausfahrtrampe zu entschärfen". Für solche Maßnahmen hat Manfred Löwe auch gleich mehrere Vorschläge parat: Ein und Ausfahrt tauschen. Das allerdings hieße, die steile Ausfahrt zur Auffahrt zu machen. "Wenn das nicht geht, müsste die Stelle anders entschärft werden", so Löwe. Er denke beispielsweise an eine deutlicher wahrnehmbare Signalanlage und einen Spiegel, so dass Passanten die Autos aus dem Parkhaus kommen sehen.

Mit seinen Vorschlägen hat sich Löwe auch an die Geschäftsführung des Kaufhofes gewandt. Diese hat den Eingang des Schreibens auf SZ-Anfrage bestätigt. Allerdings sei man nur Mieter des Gebäudes und habe deshalb auch den Eigentümer informiert und um eine Stellungnahme gebeten. Diese stehe momentan noch aus.

Die Stadtverwaltung Neunkirchen will sich um ein Gespräch mit der Geschäftsleitung des Kaufhofs in dieser Angelegenheit bemühen, heißt es aus dem Rathaus.