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Rettungsdienst und Feuerwehr
Starkes Unwetter am Sonntag zwang Leitstelle in die Knie

Ein Unwetter zieht am Sonntag  (23.9.2018) über das Saarland. Hier wird der neue Kreisverkehr in Saarbrücken-Fechingen überflutet und von der Feuerwehr abgesichert.
Ein Unwetter zieht am Sonntag (23.9.2018) über das Saarland. Hier wird der neue Kreisverkehr in Saarbrücken-Fechingen überflutet und von der Feuerwehr abgesichert. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Bei dem heftigen Unwetter am Sonntag ist es in der landesweit zuständigen Integrierten Leitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg zu größeren Problemen bei der Annahme von Notrufen über die Nummer 112 gekommen. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

„Wir waren nicht in der Lage, alle eingehenden Notrufe und Hilfeersuchen zeitnah zu bedienen“, bestätigte der Geschäftsführer des Zweckverbandes Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF) auf SZ-Anfrage. Ein technisches Problem habe es nicht gegeben, sagte Roth. „Wir sind personell einfach an unsere Grenzen gekommen.“


In diesem Ausmaß sei das Problem zum ersten Mal aufgetreten. Einige Anrufer hätten ihren Notruf abgebrochen, ihm sei aber nicht bekannt, dass Menschen wegen der Wartezeit zu Schaden gekommen seien, sagte Roth.

Die Leitstelle habe zwar zusätzliches Personal eingesetzt, das sich gerade für  sogenannte Großschadens- oder  Unwetterlagen in Rufbereitschaft befindet. Allerdings gebe es derzeit einen hohen Krankenstand unter den Disponenten und wegen des Unwetters hätten Mitarbeiter, die aus der Bereitschaft gerufen wurden, für den Weg zur Leitstelle ungewöhnlich lange gebraucht.



Nach Roths Angaben gingen am Sonntag innerhalb von einer Stunde 423 Anrufe aus dem ganzen Land auf der Notrufnummer 112 und den anderen Rufnummern der Integrierten Leitstelle ein. Beim Unwetter waren elf Disponenten im Dienst, von denen laut Roth im Schnitt jeder 35 Anrufe pro Stunde entgegennehmen kann.

Um ein solches Problem wie am Sonntag künftig zu verhindern, will der ZRF bei derartigenden Unwetterlagen den Notruf 112 von Anliegen entlasten, die kein medizinischer oder feuerwehrtechnischer Notfall sind. Zu diesem Zweck soll eine zusätzliche Rufnummer in der Integrierten Leitstelle eingerichtet werden, über die man unwetterbedingte Schäden wie überflutete Keller, bei denen jedoch keine Gefahr für Menschenleben besteht, melden kann. Dadurch könne man den Notruf 112, dessen Annahme absolute Priorität eingeräumt sei, entlasten, um Notfälle für Rettungsdienst und Feuerwehr schnellstmöglichst annehmen und versorgen zu können.

Die neue Nummer soll in einer Öffentlichkeitskampagne in Zusammenarbeit mit den regionalen Medien vorgestellt und beworben werden. Des weiteren soll über die neu eingerichtete Telefonnummer laut Roth die Möglichkeit geschaffen werden, die Anrufer über die Schadenslage und jeweilige Verhaltensmaßnahmen zu informieren. Man mache nämlich auch die Erfahrung, so Roth, dass besorgte Anrufer über die Notrufnummer 112 lediglich Informationen zu dem jeweiligen Ereignis erfragen möchten.

Zudem werde man als Konsequenz aus diesem Ereignis die Rufbereitschaft zur Verstärkung des Personals der Integrierten Leitstelle weiter ausbauen.