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Leckerbissen für Sternegucker

Saarbrücken. Die Kollision mit der Andromeda-Galaxie ist unausweichlich. Doch Hobbyastronom Uwe Dillschneider aus Merzig beruhigt: Unsere Milchstraße und ihre Schwester-Galaxie werden erst in mehreren Millionen Jahren aufeinander treffen Von SZ-Mitarbeiterin Sarah Tschanun

Saarbrücken. Die Kollision mit der Andromeda-Galaxie ist unausweichlich. Doch Hobbyastronom Uwe Dillschneider aus Merzig beruhigt: Unsere Milchstraße und ihre Schwester-Galaxie werden erst in mehreren Millionen Jahren aufeinander treffen. Der Andromeda-Galaxie, am Himmel mit bloßem Auge als grauer Schleier zu erkennen, und dem Jupiter wird Dillschneider im aktuellen Jahr der Astronomie die öffentlichen Beobachtungen widmen, die er für Oktober in Merzig plant.



Sternegucker dürfen dann durch sein Teleskop 30 bis 60 Millionen Lichtjahre weit blicken und begeistern sich möglicherweise ebenfalls: "Beim Beobachten kommt man oft ins Grübeln und Philosophieren: Was gibt es da draußen noch alles zu entdecken? Es ist das Unbekannte, was mich so fasziniert", sagt der Merziger, der den Spuren von Galileo Galilei folgt, der vor 400 Jahren erstmals ein Teleskop benutzt hat.

Das Astronomiejahr zu Ehren des Florentiner Gelehrten bietet mehrere Höhepunkte: Die längste Sonnenfinsternis dieses Jahrhunderts ist laut Dillschneider am 22. Juli in China zu sehen. Sie soll sechs Minuten dauern. Zum Vergleich: Die Sonnenfinsternis 1999 dauerte knapp anderthalb Minuten. Am Himmel über dem Saarland beginnt ab August die Hochsaison der Sternschnuppen. "Es wird ein ganzer Meteorstrom sein, der am 12. August seinen Höhepunkt hat und von ganz Deutschland aus zu sehen sein wird. 'Tränen des Laurentius' wird der Sternschnuppeschwarm auch genannt, da er mit dem Todestag des christlichen Märtyrers zusammenfällt", erklärt Dillschneider.

Hauptberuflich in der IT-Abteilung von Villeroy & Boch beschäftigt, ist er auch Mitglied im Verein der Amateurastronomen des Saarlandes. Dort betreut er zusammen mit 160 weiteren Mitgliedern seit 1997 die Sternwarte Peterberg bei Braunshausen, wo das ganze Jahr über Fachvorträge, Beobachtungen und monatliche Vereinsabende angeboten werden. 1000 Besucher im Jahr registriert der Verein, die Zahl soll noch steigen. Um aus einer der beiden großen Beobachtungskuppeln mittels der vier verschiedenen Teleskope auch mal in den Weltraum schauen zu können, muss man sich direkt an den Verein wenden. Termine werden spontan festgelegt, abhängig von der Wetterlage. Der nächste Vortrag wird am 6. Juni um 20 Uhr stattfinden und das Thema Meteoriten behandeln.

Auch die Universität des Saarlandes engagiert sich im Jahr der Astronomie und bietet eine Ringvorlesung über den Mond an. "Wir möchten die Geschichte des Mondes aus den verschiedensten Blickwinkeln vorstellen. Von Wissenschaft über Politik bis hin zur Kunst ist alles dabei", erklärt Professor Henry Keazor vom Institut für Kunstgeschichte, "schließlich hat die erste Mondlandung dieses Jahr auch Jubiläum, nämlich ihr 40-jähriges." Die nächste Vorlesung findet am kommenden Montag, 25. Mai, statt und behandelt das Thema: "Medien-Ereignis Apollo 11".

Auf einen Blick

1609 hat Galileo Galilei zusammen mit anderen Wissenschaftlern erstmals ein Teleskop zur Beobachtung der Himmelskörper benutzt. Im selben Jahr hat Johannes Kepler mit dem Werk "Astronomia Nova" die Grundlage zum Verständnis der Planetenbewegungen geschaffen. Das Jahr der Astronomie steht unter dem Motto: "Das Weltall. Du lebst darin - Entdecke es!" sat