| 21:08 Uhr

Lautsprecher für mehr Sicherheit an Schulen

Sieben Schulen im Regionalverband bekommen jetzt eine Lautsprecheranlage, mit der die Schulleitung im Ernstfall alle Lehrer und Klassen bei Amoklüfen warnen kann. Von SZ-Redakteur Markus Saeftel

Der Amoklauf an einer Realschule im schwäbischen Winnenden im März mit 16 Toten hat das ganze Land schockiert. Nun hat diese schreckliche Tat auch Konsequenzen im Regionalverband. Sieben Schulen bekommen eine Lautsprecheranlage, mit der die Schulleitung im Ernstfall alle Lehrer und Klassen warnen kann. Das hat die Regionalversammlung gestern beschlossen.Michael Ney, Rektor der Saarbrücker Wirtschaftsschulen, sagte auf SZ-Anfrage, er habe Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Regionalverbandsdirektor Ulf Huppert informiert, dass es an der Schule keine zentrale Lautsprecheranlage gibt. Warum nicht, ist so etwas nicht selbstverständlich? Ney weist darauf hin, die Schule sei 1957 gebaut worden. Damals habe der Architekt nicht an die Anlage gedacht. Ney meinte, deshalb sei er zurzeit nicht in der Lage, direkt Schüler und Lehrer im Ernstfall zu warnen oder auch nur wichtige Informationen per Lautsprecher durchzugeben.


Der Regionalverband hat den Hinweis Neys, der für die SPD in der Regionalversammlung sitzt, zum Anlass genommen, alle 51 Schulen unter die Lupe zu nehmen. Ergebnis: Neben den Wirtschaftsschulen bekommen das Kaufmännische Berufsbildungszentrum Saarbrücken, das Technisch-Gewerbliche Berufsbildungszentrum Mügelsberg I und II, das Gymnasium am Schloss, die Erweiterte Realschule (ERS) Püttlingen und die Außenstelle Gersweiler der ERS Klarenthal eine Anlage. Die Außenstelle der ERS Heusweiler erhält eine Ersatzanlage, die im Deutsch-Französischen Gymnasium wird modernisiert. Alles zusammen kostet 586 000 Euro.

Für diese Sicherheitsmaßnahmen stellt der Regionalverband andere Bauarbeiten zurück. Die Flachdachsanierung der Halle an der Gesamtschule Ludweiler und Investitionen in die naturwissenschaftlichen Räume an der ERS Güdingen und Klarenthal werden aufs nächste Jahr verschoben. Die restlichen 321 000 Euro werden bereits jetzt fest für den Haushalt 2010 verplant, sagte Regionalverbandssprecher Stefan Kiefer. Die Lautsprecher sollen in diesem und im nächsten Jahr eingebaut werden.



Manfred Hayo (CDU) meinte während der Sitzung: "Hoffen wir, dass die Anlagen im Ernstfall nie gebraucht werden." Unverständlich fand er, dass sich die Grünen bei der Abstimmung enthielten. Sie kritisierten, dass wichtige Baumaßnahmen zurückgestellt würden. Der Regionalverband solle über andere Finanzierungsmöglichkeiten nachdenken.