| 20:40 Uhr

Lasst Kekse sprechen

 Auf diesem codierten Keks ist die Internetadresse der Saarbrücker Zeitung hinterlegt. Foto: Seeber
Auf diesem codierten Keks ist die Internetadresse der Saarbrücker Zeitung hinterlegt. Foto: Seeber
Eppelborn. "QKies - sag's mit Keksen" heißt der Slogan für ein neues Produkt aus dem Hause Juchem Von SZ-Redakteurin Dörte Grabbert

Eppelborn. "QKies - sag's mit Keksen" heißt der Slogan für ein neues Produkt aus dem Hause Juchem. In Kooperation mit dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken hat das Eppelborner Unternehmen Kekse entwickelt, die mit persönlichen Botschaften in Form von QR-Codes (Quick Response - schnelle Antwort) ausgestattet sind: eben QKies, gesprochen wie Cookies, dem englischen Begriff für Kekse.Seit einer Woche sind sie auf dem Markt. Der Erste, der einen QKies bekommen hat, war Bundespräsident Christian Wulff. Bei seinem Besuch Ende Mai im Saarland war er auch Gast im Forschungszentrum.


Zu kaufen gibt es die QKies als Backmischung mit individuellen QR-Codes. Bestellt werden die Barcodes per Internet und erstellt von einem Computer am DFKI. Die Codes werden dann mit Lebensmittelfarbe auf Zuckerpapier gedruckt und nach dem Ausstechen auf die Kekse gelegt und gemeinsam gebacken. Fertig ist der ganz persönliche QKies für Freunde, Familie, Kollegen oder Kunden.

Mit QKies lässt sich vieles verschlüsseln: der Link auf eine Internetseite, die Visitenkarte, eine Grußbotschaft, die Liebeserklärung oder eine Einladung zu einer Feier. Gelesen werden die verschlüsselten Botschaften per Smartphone oder Fotohandy, wenn der Nutzer die entsprechende Software zum Lesen der Codes installiert hat.



Noch eine Entwicklung, die die Welt nicht braucht? Die Bestellungen bereits in der ersten Woche nach Markteinführung beweisen nach Angaben der Juchem Gruppe das Gegenteil. "Wir haben Bestellungen aus ganz Deutschland. Sogar aus Österreich und der Schweiz kamen erste Anfragen", erklärt Firmenchefin Andrea Juchem. Ein gutes Beispiel ist die Inhaberin eines Schreibbüros aus Gelsenkirchen. Sie fährt am Wochenende auf eine Messe und wird statt Visitenkarten QKies verteilen. "Es gibt einen starken Trend zur Personalisierung. Die Kunden wollen Massenprodukte mit individueller Note", erläutert Juchem.

Dass gerade die Firma Juchem so ein Produkt auf den Markt bringt, verwundert nicht. Denn die Chefin selbst ist viel im Netz unterwegs, ist begeisterte Bloggerin, twittert und pflegt auch im Internet ihre sozialen Netzwerken. "Wir haben 1995 unsere erste Internetseite erstellt. Da gehörten wir noch zu den Ersten", so die Eppelbornerin. Und jetzt kommen die QKies.

"Die Idee ist aber gemeinsam mit dem DFKI entstanden", betont die Firmenchefin.

Johannes Schöning vom Forschungsbereich Intelligente Benutzerschnittstellen beim DFKI habe ihnen die Barcodes gezeigt. Die QR-Codes sind im Grunde nichts Neues. So verwendet etwa die Deutsche Bahn sie seit Jahren auf ihren Online-Tickets. Aber die Verbindung mit den Backwaren als persönlicher Botschaft ist ein neuer Weg. Und dabei soll es nicht bleiben, verspricht Andrea Juchem: "Wir haben noch tausend Ideen für Folgeprodukte, wie man verschiedene Botschaften verschlüsseln kann."

qkies.de

juchem.de

dfki.de

"Die Kunden wollen Massenprodukte mit individueller Note."

Firmenchefin Andrea Juchem