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Landwirte fordern Zuschuss für Getreide

 Bäckerinnungsmeister Roland Schaefer, Wirtschaftsminister Christoph Hartmann, Andrea Juchem (Juchem-Gruppe) und Dieter Hauter (Landwirt) mit saarländischem Brot (von links). Foto: Heike Theobald
Bäckerinnungsmeister Roland Schaefer, Wirtschaftsminister Christoph Hartmann, Andrea Juchem (Juchem-Gruppe) und Dieter Hauter (Landwirt) mit saarländischem Brot (von links). Foto: Heike Theobald
Ottweiler. Brot, gebacken aus Mehl, das eine heimische Mühle aus saarländischem Getreide mahlt. Eine Idee, die sich umsetzen ließe - darüber war man sich am Montagabend einig. Landwirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) traf sich im Rahmen seiner Tour "Aus der Region für die Region" mit Landwirten auf dem Baltersbacher Hof in Ottweiler zum Ideenaustausch Von SZ-Mitarbeiterin Heike Theobald

Ottweiler. Brot, gebacken aus Mehl, das eine heimische Mühle aus saarländischem Getreide mahlt. Eine Idee, die sich umsetzen ließe - darüber war man sich am Montagabend einig. Landwirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) traf sich im Rahmen seiner Tour "Aus der Region für die Region" mit Landwirten auf dem Baltersbacher Hof in Ottweiler zum Ideenaustausch. Mit auf dem Podium saß Hofbesitzer Dieter Hauter, Bäckerinnungsmeister Roland Schaefer und Geschäftsführerin der Juchem-Gruppe, Andrea Juchem.


Während sich in den Gesprächen mit Milch- und Viehlandwirten herauskristallisierte, dass die Weiterverarbeitung der Rohprodukte im Saarland schwierig ist, sprach Hartmann von einer robusten Struktur, wenn es um das Getreide geht, Mühlen gebe es genügend. Er wollte ausloten, ob saarländisches Brot für Saarländer hergestellt werden kann.

Innungsmeister Schaefer backt in seinem Betrieb saarländisches Brot, hergestellt auf Wunsch einer Käserei in Hirzweiler. Andrea Juchem sprach über das "Barock-Brot", das seit 2009 zugunsten der Saarbrücker Schlosskirche verkauft wird. "Das Bewusstsein für regionale Produkte steigt", sagte Juchem. Bewusstsein zu schaffen für ein saarländisches Produkt - da waren sich die Podiumsteilnehmer einig - das ginge nur, wenn Bauer, Mühlenbetreiber, Bäcker und die Politik an einem Strang ziehen.



Seit 40 Jahren betreibt Dieter Hauter den Baltersbacher Hof in Ottweiler. 160 Hektar Land bewirtschaftet der Familienbetrieb. Im Saarland werden 25 000 Hektar Getreide angebaut. Derzeit bekommt Hauter für 100 Kilo Weizen zehn Euro, für die neue Ernte rechnet er mit etwa 15 Euro. "Wir brauchen einen Preis, der sich oberhalb von 15 Euro bewegt", forderten weitere Landwirte. Für Getreide, das im Saarland verarbeitet wird, um damit ein regionales Produkt herzustellen, solle es einen Zuschuss geben, so die Forderung.

Hartmann nahm diese Subventionsforderung zur Kenntnis. Am Ende blieb die Frage, welchen Preis der Konsument für das saarländische Brot zahlen soll. Mit den Discountermärkten könne man nicht mithalten, daraus machte Schaefer kein Geheimnis. "Wir können uns nur über die Qualität und den Geschmack durchsetzen", meinte er.

Der Minister Hartmann sah sich im Ergebnis der Podiumsdiskussion bestätigt und möchte jetzt eine zweite Runde einläuten, um die Idee "saarländisches Brot" weiter voranzubringen. Ob mit Zuschüssen, ist offen.