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Verwaltungsreform
Landräte schlagen versöhnliche Töne an

Saarbrücken. (kir) Nach der Veröffentlichung ihres Positionspapiers zu einer Reform der Verwaltungsstrukturen und der heftigen Reaktion der Bürgermeister kommen aus den Reihen der Landräte nun deutlich versöhnlichere Töne. Der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU), zugleich Vorsitzender des Landkreistags, erklärte: „Letztlich geht es uns nicht darum, dass alles, was in dem Papier steht, auch zwingend umgesetzt werden muss, sondern dass überhaupt mal offen darüber diskutiert wird, welche Aufgabe an welcher Stelle am sinnvollsten wahrgenommen wird.“ Es dürfe dabei nicht um persönliche Befindlichkeiten und Eitelkeiten gehen. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die Kommunen hatten dem Ansinnen der Landräte, zahlreiche Aufgaben wie die Trägerschaft der Grundschulen auf die Kreise zu übertragen, strikt widersprochen. „Die Landkreise verstehen ihr Papier nicht als Angriff auf die Kommunen“, versicherte Landrat Recktenwald. „Wir wollen damit eine Diskussion ohne Tabus anstoßen. Insofern ist es uns gelungen, den Dornröschenschlaf dieses Prozesses zu beenden.“



Recktenwald sagte, die Landräte wollten keine Bürgermeister degradieren, im Gegenteil: „Wenn es Sinn macht, Aufgaben auf die kommunale Ebene zu verlagern, muss auch darüber gesprochen werden.“ Er könne sich etwa gut vorstellen, dass es in den Gemeinden wieder soziale Anlaufstellen gebe. Dies dürfe allerdings nicht zu einem Mehraufwand für die Betroffenen führen, betonte Recktenwald.