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Landleben vor 100 Jahren

Freisen. "Mit einem solch großen Andrang hatte ich absolut nicht gerechnet. Es ist toll, dass die Landwirtschaft unserer Großeltern auch heute noch bei vielen auf reges Interesse stößt", freut sich Ferrang und gibt zu bedenken: "In zehn bis 15 Jahren wäre ein Film in dieser Form nicht mehr realisierbar", glaubt er Von SZ-Mitarbeiter Henning Haab

Freisen. "Mit einem solch großen Andrang hatte ich absolut nicht gerechnet. Es ist toll, dass die Landwirtschaft unserer Großeltern auch heute noch bei vielen auf reges Interesse stößt", freut sich Ferrang und gibt zu bedenken: "In zehn bis 15 Jahren wäre ein Film in dieser Form nicht mehr realisierbar", glaubt er. Ferrang und die Gemeinde Freisen hatten zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus Freisen eingeladen. Insgesamt 20 Personen, sowohl Zeitzeugen als auch Laiendarsteller, waren gekommen. Von jung bis alt war alles vertreten, jeder mit einem sehr persönlichen Bezug zum Thema. "Meine Oma und mein Opa sind auf einem Bauernhof geboren und ich möchte mal sehen, wie die damals gelebt haben", erzählt Julia Wagner aus Oberlinxweiler. Die elfjährige Jenny Fritz aus St. Wendel berichtet: "Ich gehe vier Mal die Woche auf einen Hof mit Tieren. Mir macht das einfach großen Spaß". Susanne Stabler aus Roschberg fühlt sich seit ihrer Kindheit sehr mit der Lebensweise unserer Vorfahren verbunden. "Das Interesse wurde bei mir durch die Erzählungen meiner Großeltern geweckt und hat sich bis heute gehalten." Dadurch entstand auch ihr Hobby, "alte und unwiederbringliche Dinge" auf dem Flohmarkt aufzustöbern. "Es ist mir einfach wichtig, die Erinnerung zu bewahren," so Stabler. Zu den Zeitzeugen vor Ort, deren Erzählungen sich wie ein roter Faden durch den Film ziehen werden, gehörte unter anderem die 84-jährige Erna Zaums aus Schwarzenbach. Zaums war selbst 50 Jahre in der Landwirtschaft tätig und spielt mit ihrem großen Erfahrungsschatz eine wichtige Rolle bei Ferrangs Vorhaben. Das gleiche gilt auch für den ebenfalls 84 Jahre alten Peter Scheid aus Haupersweiler, der sowohl als Zeitzeuge als auch als Darsteller mitwirken wird. Er hat den Beruf des Landwirts erlernt und mit der Meisterprüfung abgeschlossen. Scheid hat eine ganz eigene Beziehung zum Landwirtschaftsmuseum. "Ich habe oft dort gearbeitet, weil ich mit dem letzten Bewohner verwand war", berichtet der pensionierte Landwirt. Der gelungene Ablauf der Veranstaltung stimmt Ferrang zuversichtlich. "Es hat mir Spaß gemacht zu sehen, mit welch großem Interesse die Beteiligten bei der Sache waren und diskutierten. Man spürt, dass sich alle voll mit dem Projekt identifizieren können," resümiert der Filmautor. Wer das Unternehmen unterstützen möchte, muss nicht unbedingt vor der Kamera. Ferrang sucht für sein Vorhaben noch alte Filmaufnahmen aus den 1930er-1950er Jahren, Requisiten und alte Örtlichkeiten, wie etwa einen Stall, um möglichst authentische Filmaufnahmen machen zu können. Anmeldungen: Telefon (0621) 4 30 37 26.