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Landesregierung prüft Kastrationspflicht für Katzen

Saarbrücken. Die Landesregierung erwägt, Katzenhalter im Saarland zur Kastration ihrer Tiere zu verpflichten. Die Tierheime müssten wegen der großen Katzenpopulation inzwischen jedes Jahr Hunderttausende Euro für Kastrationen ausgeben – dabei sei das Geld in den Einrichtungen ohnehin knapp, sagte Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD). kir

Das Bundestierschutzgesetz erlaubt eine Kastration "zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung". Eine Reform des Gesetzes, an der aktuell gearbeitet wird, soll die Bundesländer zur Einführung einer Kastrationspflicht ermächtigen. Bislang können dies nur Kommunen tun. Laut Deutschem Tierschutzbund haben bundesweit 120 Kommunen von diesem Recht Gebrauch gemacht - allerdings keine saarländische.

Katzenhalter müssen bei einer Kastration laut Tierschutzbund mit Kosten von etwa 120 Euro bei Katzen und von rund 70 Euro bei Katern rechnen. Mit einer Kastrationspflicht entspräche die Landesregierung einem bundesweiten Anliegen von Tierschützern. Der Tierschutzverein Saarbrücken und Umgebung, der das Bertha-Bruch-Tierheim betreibt, spricht auf seiner Internetseite sogar von einem "Katzenelend im Saarland". Wörtlich heißt es dort: "Die Tierheime und Tierschutzvereine sind überbevölkert mit Katzenbabys und erwachsenen Tieren, der ‚Markt' für Katzen ist übersättigt, das heißt die Tiere müssen oft ihr restliches Leben im Tierheim fristen." Unkastrierte Katzen seien zudem anfälliger für bestimmte Krankheiten.