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Vollversammlung
Landesjugendring und Junge Union verstehen sich wieder

Fördergelder, Groko, Halberg Openair: Auf der Vollversammlung des Landesjugendrings Saar hatte die politische Jugend einiges zu diskutieren.
Fördergelder, Groko, Halberg Openair: Auf der Vollversammlung des Landesjugendrings Saar hatte die politische Jugend einiges zu diskutieren. FOTO: Sebastian Dingler
Friedrichsthal. Mit dem Bildstocker Rechtsschutzsaal, dem ältesten Gewerkschaftshaus Deutschlands, hatte sich der Landesjugendring Saar (LJR) einen würdigen Ort für die 100. Vollversammlung ausgesucht. Am Freitagabend waren mehr als 70 Delegierte und Gäste gekommen. Von Sebastian Dingler

Geladen hatte der LJR Vertreter von Jugendorganisationen politischer Parteien; neben der Jungen Union, den Jusos und der Linksjugend kamen auch die im Landtag nicht vertretene Grüne Jugend und die Jungen Liberalen zu Wort. Mit der AfD oder deren Jugendorganisation will der LJR nicht zusammenarbeiten.


Nach den Grußworten, unter anderem von Referatsleiter Christoph Groß in Vertretung von Familienministerin Monika Bachmann (CDU), begann die politische Diskussion mit den jungen Politikern. Dabei ging es sowohl um bundespolitische Themen wie die große Koalition als auch um jugendliche Anliegen wie die Herabsetzung des Wahlalters oder den Erhalt des Halberg-Openair-Festivals in Saarbrücken. Die Diskussion um Letzteres, so sagte LJR-Geschäftsführer Georg Vogel, habe den positiven Effekt gehabt, dass sich die Jugendpolitiker „seit langer Zeit“ wieder zusammengesetzt hätten; daraus sei auch die Idee der Politrunde bei der Vollversammlung entstanden.

Auffällig bei der Diskussion: Der sehr faire Umgang der jungen Politiker miteinander. Gerade bei den Jugend-Themen herrschte mehr Konsens als Dissens. Friede, Freude, Eierkuchen auch zwischen der Jungen Union und dem LJR, nachdem Ende November noch der Streit eskaliert  war. Dabei ging es um die Aufstockung des jährlichen Fördergeldes von 131 000 Euro auf 146 000 Euro. So hatte es jedenfalls der LJR von der Landesregierung gefordert, diese gab jedoch statt 15 000 nur 10 000 Euro mehr.



Der stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union Saar, Michael Krewer, hatte dem Landesjugendring Saar vorgeworfen, „nicht ehrlich“ zu sein – die 5000 Euro mehr seien allein der Gehaltserhöhung des Geschäftsführers, Georg Vogel, geschuldet. Das wies dieser ebenso wie LJR-Chef Tobias Wolfanger zurück. Die Kostensteigerung sei nicht nur durch „völlig normale Tarifanpassungen“ zu erwarten gewesen, sondern auch durch gestiegene Sachkosten.

Der saarländische Junge-Union-Chef Alex Zeyer meinte am Rande der Vollversammlung, die Sache sei mittlerweile ausgeräumt, man wolle die Ansprüche des LJR im nächsten Haushalt berücksichtigen. Wolfanger erklärte, man wolle versuchen, die fehlenden 5000 Euro über Toto-Gelder zu generieren. Auch der im Zentrum der Vorwürfe stehende Georg Vogel äußerte, er habe kein Interesse daran, dass weiter über das Thema geredet werde.

Als neuer und damit 25. Mitgliedsverband wurde einstimmig der Verein Wildwuchs in den LJR aufgenommen. Dieser ist der Dachverband des Kinder- und Jugendtheaters im Verband saarländischer Amateurtheater. Außerdem forderte die Vollversammlung, die Förderung von Freizeit- und weitere Jugendarbeitsmaßnahmen zu vereinheitlichen und die Möglichkeit zu schaffen, sie auf digitalem Wege zu beantragen. Ein weiterer Punkt: Nach Ansicht des Landesjugendrings sollten achteinhalb zusätzliche Stellen für Jugendbildungsreferenten im Saarland geschaffen werden.