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Bildung
Land will Gymnasiallehrer auch an Grundschulen verbeamten

Symbolbild.
Symbolbild. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Saarbrücken. Nach einer zweijährigen Umschulung und erfolgreicher Wechselprüfung sollen Pädagogen das zusätzliche Lehramt erlangen können. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Lehramtsabsolventen mit einer Lehrbefähigung für Gemeinschaftsschulen oder Gymnasien sollen in Zukunft nach einer Prüfung auch als Grundschullehrer verbeamtet werden können. Damit sie das Lehramt für die Primarstufe erlangen können, will das Saarland ab kommendem Schuljahr sogenannte Wechselprüfungen anbieten. Ziel sei es, dass diese Lehrkräfte nach einer zweijährigen Qualifikation unter anderem über das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) und erfolgreicher Wechselprüfung verbeamtet eingestellt werden könnten, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. Dazu müssen Rechtsverordnungen geändert werden.


Derzeit werden nach Angaben des Bildungsministeriums bereits rund 100 Lehrkräfte mit dem Lehramt für die Sekundarstufe I (Gemeinschaftsschule) sowie die Sekundarstufe I und II (Gymnasium und Gemeinschaftsschule) an Grundschulen eingesetzt. Sie sind aber nur befristet eingestellt. Ihnen werde ein umfangreiches Qualifizierungsangebot am LPM angeboten, teilte der Sprecher mit. „Wir möchten diesen Lehrerinnen und Lehrern aber die Perspektive bieten, an unseren Grundschulen zu bleiben und das Lehramt für die Primarstufe zu erlangen.“

Eine Arbeitsgruppe prüfe auch, ob ein „Quereinstieg“ in das Grundschullehramt für Bewerber mit nur dem ersten Staatsexamen einer anderen Schulform ermöglicht werden soll. Hierzu müsste, so der Sprecher, allerdings das saarländische Lehrerbildungsgesetz angepasst werden. Darüber hinaus wird nach Angaben des Ministeriums geprüft, ob sich das geplante Verfahren für den Grundschulbereich auch als Zweitqualifikation für das Lehramt der Förderschule im Bereich „Lernen“ eignen würde. Das Thema „Wechselprüfungen“ beschäftige nicht nur das Saarland, sondern werde aufgrund des Lehrermangels im Förder- und Grundschulbereich derzeit bundesweit diskutiert. Viele Bundesländer hätten auf den Mangel mit den unterschiedlichsten Maßnahmen reagiert: vom Einsatz von Quereinsteigern, über Prämien und höhere Gehälter über Verbeamtungen, Mehrarbeit und spätere Pensionseinstiege bis hin zur Reaktivierung von DDR-Lehrern. Anders als in vielen anderen Bundesländern gebe es im Saarland jedoch keinen Lehrermangel. Daher sei auch das Thema Wechselprüfungen bisher nie drängend gewesen.