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Diskussion um Gastronomie
Lafontaine: Köche-Auswahl bei Königsbesuch „provinziell“

Der Fraktionschef der Linken im Landtag, Oskar Lafontaine.
Der Fraktionschef der Linken im Landtag, Oskar Lafontaine. FOTO: dpa / Oliver Dietze
Saarbrücken. Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine hat – wie zuvor schon die FDP – Kritik an der Auswahl der Gastronomen beim Besuch des niederländischen Königspaars geäußert. Er habe „mit Erstaunen“ zur Kenntnis genommen, dass die Staatskanzlei diese Leistung ausgeschrieben habe, sagte Lafontaine. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Das sei „absolut unangemessen“ und „nun wirklich eine sehr, sehr hinterwäldlerische oder provinzielle Vorgehensweise“.


Die Staatskanzlei hatte erklärt, dass Kriterien für den Zuschlag zum Menü mit regionalen und saisonalen Produkten neben Qualität und Preis auch Ortskenntnis gewesen seien – in diesem Fall im Saarbrücker Schloss. Bei einem eng getakteten Arbeitsbesuch habe mehr als bei einem Staatsbankett ein zuverlässig rascher Service im Vordergrund gestanden. „Es ist zu hoffen, dass die im Raum stehende Kritik nicht als mangelnde Wertschätzung der Köche gegenüber ihren regionalen Kolleginnen und Kollegen gewertet wird“, hatte Regierungssprecherin Anne Funk erklärt.

Lafontaine sagte, in seiner Regierungszeit als Ministerpräsident (1985-1998) sei es ihm immer wichtig gewesen, die gute Küche, die ja auch Werbung für das Saarland sei, zu pflegen und zu unterstützen. Bei offiziellen Terminen wie dem Besuch eines Königspaars oder eines Präsidenten solle man versuchen, die Köche anzusprechen, die das Renommee der saarländischen Küche bundesweit und auch darüber hinaus verträten.