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Lachwichtel unterwegs in St. Wendel

St. Wendel. "Du bist heute ein Lachwichtel. Was ist denn das?" Der kleine Nikita aus der Klasse 2a der Nikolaus-Obertreis-Schule in St. Wendel überlegte kurz. Dann antwortete er ganz verschmitzt: "Ich bringe andere zum Lachen

St. Wendel. "Du bist heute ein Lachwichtel. Was ist denn das?" Der kleine Nikita aus der Klasse 2a der Nikolaus-Obertreis-Schule in St. Wendel überlegte kurz. Dann antwortete er ganz verschmitzt: "Ich bringe andere zum Lachen." Zu dem an diesem Tag in ganz Deutschland laufenden "Tag der Lachwichtel" hatte sich Nikita mit 24 weiteren Schulkameraden auf den Weg durch die Fußgängerzone gemacht. Bekleidet waren die Kleinen mit T-Shirts mit dem Aufdruck "Tag der Lachwichtel - Lachen hilft heilen, wir machen mit". Einige der Kinder hatten sich Clownsnasen aufgesetzt und waren angemalt, andere trugen Infoschilder dieser Aktion mit sich. Mit Sammelbüchsen liefen sie wie Wirbelwinde auf die Passanten zu, umringten sie und baten um ein paar Euros. Viele Fußgänger wussten schon aus der SZ, um was es dabei geht. Andere ließen es sich von den Mädchen und Jungen erklären: "Das ist für die Clowns, die die kranken Kinder im Krankenhaus besuchen und sie zum Lachen bringen, weil sie manchmal so traurig sind." Kaum jemand der Angesprochenen konnte sich den Bitten der Kinder verschließen. Münze um Münze fiel in die Büchsen. Manchmal sogar ein Schein, der knisternd durch den Schlitz geschoben wurde. Als "Belohnung" bekamen die Spender ein Bonbon aus dem hingehaltenen Körbchen. Mit Fleiß bei der SacheÜber eine Stunde lang waren die Kinder in der Fußgängerzone unterwegs und gingen auch ungeniert in die Läden und Gaststätten, begleitet vom Lehrpersonal und einigen Eltern. "Wenn ich mal im Krankenhaus wäre, dann wäre ich auch froh, wenn ein Clown zu mir käme und mir Witze erzählen würde", sagte Elias. Er war offenbar voll überzeugt von dem, was er an diesem Morgen tat. Henrik erinnerte sich: "Ich war schon zweimal im Krankenhaus. Ein Clown war aber leider nicht zu mir gekommen. Dafür brachte mir mein Vater Spielzeug ans Bett."Auf den "Tag der Lachwichtel" waren die Zweitklässler am Tag vorher durch den Clown "Pompom" eingestimmt worden, der regelmäßig die kranken Kinder in den Kliniken in Homburg und Neunkirchen-Kohlhof besucht. Er kam in die Klasse und hatte sogar seinen Zauberkoffer, den er sonst immer mit in die Krankenhäuser nimmt, mitgebracht. Klassenlehrerin Susanne Laub und Elternsprecherin Heike Kiefer sprachen von einer sehr erfolgreichen Aktion. Zusammen mit den Spenden der St. Wendeler Volksbank, der Kreissparkasse, der Sparda-Bank sowie dem Kuchenverkauf am Vormittag in der Schule (dazu hatte die Bliesener Bäckerei Gillen Brezel gestiftet) kamen 1090 Euro zusammen. Schon im vergangenen Jahr hatten Kinder der Nikolaus-Obertreis-Schule beim "Tag der Lachwichtel" mitgemacht und dabei 900 Euro eingesammelt. gtr