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Nordsaarlandklinik
Kuttler schreibt Wadern nicht ab

Das Krankenhaus Wadern hat schloss vor wenigen Wochen.
Das Krankenhaus Wadern hat schloss vor wenigen Wochen. FOTO: Erich Brücker
Wadern. In der Diskussion um den möglichen Bau einer Nordsaarlandklinik widersprechen die Stadt Wadern und die Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik (BI) dem in ihren Augen in der Öffentlichkeit entstandenen Eindruck, wonach ein im Auftrag der Landesregierung erstelltes Gutachten sich für Lebach als Standort ausgesprochen habe und diese Variante günstiger sei als Wadern. „Das Gutachten analysiert die Machbarkeit am Standort Wadern und kommt zu dem Ergebnis, dass eine Nordsaarlandklinik dort unter gewissen Voraussetzungen umsetzbar ist“, sagen Bürgermeister Jochen Kuttler (Pro Hochwald) und BI-Sprecher Bernd Schröder. Nämlich dann, wenn die Krankenhäuser in Losheim und Lebach schließen. Von Ute Kirch
Ute Kirch

In der Diskussion um den möglichen Bau einer Nordsaarlandklinik widersprechen die Stadt Wadern und die Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik (BI) dem in ihren Augen in der Öffentlichkeit entstandenen Eindruck, wonach ein im Auftrag der Landesregierung erstelltes Gutachten sich für Lebach als Standort ausgesprochen habe und diese Variante günstiger sei als Wadern. „Das Gutachten analysiert die Machbarkeit am Standort Wadern und kommt zu dem Ergebnis, dass eine Nordsaarlandklinik dort unter gewissen Voraussetzungen umsetzbar ist“, sagen Bürgermeister Jochen Kuttler (Pro Hochwald) und BI-Sprecher Bernd Schröder. Nämlich dann, wenn die Krankenhäuser in Losheim und Lebach schließen.


Der Gutachter schlage lediglich vor, dass das Krankenhaus in Lebach als möglicher Standort wegen der vorhandenen Strukturen und der geografischen Lage diskutiert werden könne. „Für eine solche Diskussion müsste ein eigenes Gutachten für Lebach erstellt werden“, findet Schröder. Denn es sei nicht klar, was eine Nordsaarlandklinik in Lebach kosten würde. Auch die Auswirkungen dieses Standorts auf umliegende Krankenhäuser und deren Patientenströme lägen nicht vor. Kuttler widerspricht dem Gutachter, was die geschätzten Kosten eines Neubaus in Wadern in Höhe von 82 Millionen Euro betrifft. „Hier wird nur von über Kredite finanziertem Kapital ausgegangen, also dass der Träger für die komplette Summe Darlehen aufnehmen muss“, sagt er. Er könne sich nicht vorstellen, dass ein Träger ohne Eigenkapital eine Klinik baut. Zudem sei das Land gesetzlich verpflichtet, das Krankenhaus zu bezuschussen. Dieses sei in der Kalkulation nicht berücksichtigt worden.

Beide sind skeptisch, dass sich die Forderung des Gutachters nach einem Trägerverbund aus Marienhaus GmbH, Cusanus Trägergesellschaft Trier und der Saarland Heilstätten GmbH umsetzen lässt. „Das ist nicht zwingend notwendig für das Gelingen einer Nordsaarlandklinik. Das könnte auch ein ganz anderer Träger alleine machen“, sagt Schröder.

Ob eine Nordsaarlandklinik gebaut wird, muss die Landesregierung entscheiden. Sie führt derzeit Gespräche mit allen Krankenhausträgern über den neuen Krankenhausplan.