| 21:12 Uhr

Kulturausschuss lässt sich nicht in die Karten schauen

Saarbrücken. Der Kulturausschuss gab sich am Donnerstag verschlossen wie selten. Bei den meisten Tagesordnungspunkten ließ man sich nicht in die Karten gucken. So durfte die Presse im öffentlichen Teil nur den Berichten von Vertretern des Kino Achteinhalb und des Jazz-Syndikats lauschen Von SZ-Mitarbeiterin Silvia Buss

Saarbrücken. Der Kulturausschuss gab sich am Donnerstag verschlossen wie selten. Bei den meisten Tagesordnungspunkten ließ man sich nicht in die Karten gucken. So durfte die Presse im öffentlichen Teil nur den Berichten von Vertretern des Kino Achteinhalb und des Jazz-Syndikats lauschen. Als sich über die Verwaltungsvorschläge zu den Zuschüssen für die freie Szene eine kontroverse Diskussion entspann, wurde dieser Tagesordnungspunkt in den nicht-öffentlichen Teil geschoben. Stein des Anstoßes war - wie jedes Jahr - das Electricity-Festival. 2008 kamen nur 600 statt erwarteter 2000 zahlender Besucher. Ob man das Festival dennoch wieder mit 10 000 Euro aus dem Kulturtopf fördern soll, wie von der Stadtratsmehrheit durchgesetzt, wollten SPD und Grüne diskutieren. Das geschah dann nicht-öffentlich. Electricity eingerechnet sind laut Haushaltsansatz 2009 insgesamt 265 430 Euro an die freie Kunst- und Kulturszene zu verteilen. Wobei nur rund 90 000 Euro Zuschüsse für Produktionen und Aufführungen im Bereich Musik, Musiktheater und Sprechtheater zu vergeben sind. 166 340 Euro bekommen acht Institutionen und Bereiche wie Jugendkultur, deren beständige Förderung, wenn auch nicht immer deren Höhe, durch eigene Haushaltsstellen feststeht. So kann das Kino Achteinhalb mit 55 840 Euro rechnen, das Theater im Viertel, erstmals unter den Acht, kommt mit zusätzlichen 5500 Euro Gastspiel-Zuschuss, wieder auf rund 25 000 Euro. Der Sommerszene erlaubten die Fraktionen, die Förderung aus dem Vorjahr, als das Festival pausierte, mitzunehmen, das ergibt nun 52.000 Euro. Das Jazz-Syndikat erhält wie 2008 wieder 12 000 Euro, doch nur als Zuschuss zum Jahresprogramm. Dass es mehr städtische Unterstützung bräuchte, um sein auf 153 000 Euro veranschlagtes Festival Jazz-Transfer zu stemmen, machte Wolfgang Kraus in seinem Bericht deutlich. Die Zahl der Zuschuss-Anträge für Produktionen und Aufführungen ist nach Angaben Thomas Altpeters vom Kulturamt 2009 erneut gestiegen. Rar geworden sind Förderanträge für Theater. Nur die von Martin Huber (5000 Euro) und Birgit Giokas' Parnaß-Theater (6000 Euro) wurden genehmigt. Den Schwerpunkt der Förderung legt Altpeter in seiner Vorlage auf die Musik: neue, experimentelle und klassische. Diesmal hat er vier Musiker-Projekte, fünf Musik-Veranstalter und sechs Projekte, die Musik mit Performance, Tanz oder Theater verbinden, positiv beschieden. Für sie sind insgesamt 74 340 Euro vorgesehen. Wie die SZ erfuhr, seien bis auf einen alle Vorschläge "durchgewunken" worden.