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Künstlerhausmusik ganz geräuschvoll

Saarbrücken. Zum letzten Mal vor der Sommerpause hatte Hans Husel am Freitag zur Künstlerhausmusik geladen. Zu Gast im ansehnlich besuchten Atelier in der Karlstraße waren Matthias Müller (Posaune) und Christian Marien (Schlagzeug), zwei in unseren Breiten noch wenig bekannte Musiker, die ihre Zelte in Berlin aufgeschlagen haben

Saarbrücken. Zum letzten Mal vor der Sommerpause hatte Hans Husel am Freitag zur Künstlerhausmusik geladen. Zu Gast im ansehnlich besuchten Atelier in der Karlstraße waren Matthias Müller (Posaune) und Christian Marien (Schlagzeug), zwei in unseren Breiten noch wenig bekannte Musiker, die ihre Zelte in Berlin aufgeschlagen haben. Beide spielen mit internationalen Könnern der Szene von Johannes Bauer bis Clayton Thomas und betätigen sich genre- und spartenübergreifend. So arbeitet Müller auch auf dem Sektor Neue Musik und am Theater, Marien mit bildenden Künstlern und Tänzern. Ihre Improvisationen im Künstlerhaus waren durchweg hörenswert, wobei die zweite Hälfte inspirierter wirkte als die erste. Im offensiven Finale schlugen die Emotionen dann richtig durch. Stärkstes Pfund des Duos ist das Aufeinander-Hören. Ob Marien nun hölzerne und metallische Geräusche produzierte oder Müller mit perkussiven und glucksenden Lauten aufwartete, ob sich Gesten ineinander verzahnten oder zum gemeinsamen Vibrieren vereinten - hier herrschte intensives Miteinander, das in eine weiträumige Dramaturgie mündete. In den originellsten Momenten glaubte man eine einzige, uralte, quietschende Maschine zu hören. Kräftiger Beifall, Zugabe. Dem jungen Duo sind durchaus noch Steigerungen zuzutrauen, ein Wiederhören wäre daher spannend. uhr