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Kreisjägermeister warnt vor Fuchspark im Warndt

Ein Fuchs in freier Wildbahn mit einem erbeuteten Hasen. Foto: dpa
Ein Fuchs in freier Wildbahn mit einem erbeuteten Hasen. Foto: dpa
Völklingen/Lauterbach. Am Fuchspark-Projekt des Vereins Vitas bei Lauterbach scheiden sich die Geister: Während Kreisjägermeister Heiner Kausch schwere Bedenken hat, macht sich Kommunalpolitiker Karl-Heinz Remark zum Vorkämpfer.

Völklingen/Lauterbach. Hartmann Jenal und sein Verein Vitas bemühen sich derzeit bei den Kommunalpolitikern um Zustimmung für ihr Fuchspark-Projekt in Lauterbach. Derweil hat Heiner Kausch, für den Regionalverband einschließlich Saarbrücken zuständiger Kreisjägermeister aus Völklingen, gestern vor dem Vorhaben gewarnt.Das Projekt, erklärte Kausch, sei abwegig. Das Halten von Rotfüchsen in Gefangenschaft sei problematisch. Erwachsene Tiere würden aggressiv. Der nachtaktive Fuchs werde für die Besucher tagsüber nicht zu sehen sein. Deswegen gebe es in Zoos oder Tierparks keine Gehege mit Rotfüchsen. Nach Untersuchungen des Saarländischen Landesamtes für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz im Jahr 2007 seien 25 bis 35 Prozent der heimischen Fuchspopulation mit dem Fuchsbandwurm befallen. Ein Fuchspark werde eine Brutstätte für diesen Bandwurm. Die vorgesehenen Silber-, Steppen- und Polarfüchse seien hier nicht heimisch. Kausch: "Wenn diese Tiere aus dem Gatter flüchten, schaffen wir uns nur neue Probleme, und das alles mit Steuergeldern."

Währenddessen hat sich Karl-Heinz Remark, Fraktionsvorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Pro Völklingen im Stadtrat, zu einem Vorkämpfer für das Projekt gemacht. Remark meinte gestern: "Solch eine Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen." Die IG Pro Völklingen habe bereits am 9. März eine entsprechende Eingabe bei Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) eingereicht. Der Fuchs sei ein Waldtier, welches zu Unrecht bejagt werde. Die Population könne so nicht geregelt werden. Um diese Erkenntnisse den Bürgern näher zu bringen, bedürfe es an Aufklärung über den Fuchs und seine Unterarten und auch über die geschürte Hysterie, was Tollwut, Fuchsbandwurm oder Räude angehe.

Remark erinnerte in diesem Zusammenhang an den Wolfspark in Merzig: "Als man diesen einführen wollte, gab es im Stadtrat nicht nur Befürworter. Doch dieser Park ist nun seit schon über 30 Jahren eine Attraktion für das ganze Saarland." Remark forderte Lorig auf, Initiator Hartmann Jenal die Gelegenheit zu geben, sein Projekt selbst vor dem Stadtrat zu erläutern.

Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU) hat allerdings schon auf weitere Konsequenzen aufmerksam gemacht. Wenn der Stadtrat Geld für den Fuchspark bewillige, dann müsse auch etwas für den Tierschutzverein geschehen. Der sei schon länger auf der Suche nach einer Bleibe, wo er ungestört arbeiten könne. er

Hintergrund

Der Fuchspark könnte bei Lauterbach in unmittelbarer Nähe zum Maltiz-Haus auf einem rund 1,5 Hektar großen Areal entstehen. Eigentümer des Geländes ist der Saarforst-Landesbetrieb. Initiator Hartmann Jenal und sein Verein Vitas wollen das Projekt personell betreuen. Ansonsten hoffen sie auf Geld aus dem Leader-Programm der EU und Unterstützung durch Sponsoren und die Stadt. red