| 13:26 Uhr

Tobias Hans wird Nachfolger
Kramp-Karrenbauer gibt Amt als Ministerpräsidentin auf

Zu Beginn der CDU-Vorstandssitzung sitzen Bundeskanzlerin Angela Merkel (l, CDU), und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Saarlands Ministerpräsidentin, zusammen.
Zu Beginn der CDU-Vorstandssitzung sitzen Bundeskanzlerin Angela Merkel (l, CDU), und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Saarlands Ministerpräsidentin, zusammen. FOTO: dpa / Kay Nietfeld
Saarbrücken. Das Saarland verliert seine Ministerpräsidentin: Annegret Kramp-Karrenbauer zieht einen Parteijob den Regierungsaufgaben vor. Leicht gefallen sei ihr die Entscheidung nicht, sagt sie. dpa

Die designierte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer wird ihr Amt als Ministerpräsidentin des Saarlandes aufgeben. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Kramp-Karrenbauer nach einer Sitzung des CDU-Vorstandes am Montag in Berlin. Kramp-Karrenbauer war im August 2011 erstmals zur Regierungschefin im kleinsten deutschen Flächen-Bundesland gewählt worden. Nach dem CDU-Sieg bei der Landtagswahl 2017 führte sie die CDU in eine große Koalition mit der SPD.


Wer ihr Nachfolger im Saarland werden soll, blieb zunächst offen. Die „Saarbrücker Zeitung“ berichtete unter Berufung auf Unionskreise, dass CDU-Landtagsfraktionschef Tobias Hans (40) neuer Ministerpräsident werden soll.



Zuvor hatte CDU-Chefin Angela Merkel die 55-Jährige als neue Generalsekretärin vorgeschlagen. Kramp-Krarrenbauer soll auf dem CDU-Parteitag am kommenden Montag (26.2.) in Berlin als Nachfolgerin von Peter Tauber (43) gewählt werden.

Die Saarländerin, Spitzname „AKK“, gilt als enge Vertraute Merkels und ist für einen sachlich-analytischen Politikstil und ihre unaufgeregte Art bekannt. Seit 2010 sitzt Kramp-Karrenbauer im CDU-Bundespräsidium.

Bei der Landtagswahl im Saarland Ende März hatte Kramp-Karrenbauer ihrer Partei trotz des Hypes um den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz einen klaren Sieg gesichert. Die CDU erreichte 40,7 Prozent CDU und lag damit klar vor der SPD, die auf 29,6 Prozent kam.

Schon im Laufe der Koalitionsverhandlungen war über einen Wechsel von Kramp-Karrenbauer nach Berlin spekuliert worden. Hintergrund ist, dass die Saarländerin aus Sicht der engsten Parteispitze vor einer möglichen Kandidatur als Merkel-Nachfolgerin bundesweit bekannter werden soll.

Fotogalerie Kramp-Karrenbauer: Stationen einer politischen Karriere FOTO: BECKER&BREDEL