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Streit um Hochschul-Finanzierung
Kramp-Karrenbauerbekennt sich zur Voll-Uni

Studenten verfolgen in einem Hörsaal eine Vorlesung.
Studenten verfolgen in einem Hörsaal eine Vorlesung. FOTO: Oliver Berg / dpa
Saarbrücken. () Saar-Ministerpräsidentin und Wissenschaftsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat gestern bei der Haushaltsdebatte im Landtag ein klares Bekenntnis zu einer Voll-Uni abgelegt. „Wir wollen nicht, dass die Saar-Uni zu einer Technischen Hochschule wird. Wir wollen eine breit aufgestellte Landeskinder-Universität“, sagte Kramp-Karrenbauer. Zuvor hatte die Opposition die unzureichende Finanzmittel-Ausstattung der Saar-Hochschulen kritisiert. Barbara Spaniol (Linke) sagte. „Bei der Philosophie bröckelt der Putz von der Decke, in der Informatik laufen sie über Marmorplatten.“ Die Verwaltungsgebühr von 50 Euro pro Semester, die die Studenten künftig zahlen müssten, sei eine „Studiengebühr durch die Hintertür“. 50 Euro seien kein Pappenstiel und treffe viele Studenten hart. Von Dietmar Klostermann

Auch AfD-Fraktionschef Josef Dörr lehnte die Verwaltungsgebühr ab. „Eine Uni ist für Studenten da und muss anziehend sein“, sagte er. Dagegen betonte Stefan Thielen (CDU), dass die Studentenarmut nur „gefühlt“ und statistisch nicht bewiesen sei. Es gebe genügend finanziellen Rückhalt durch die Familien, so Thielen. Auch der Sanierungsstau an der Saar-Uni von 400 Millionen Euro bewege sich im Rahmen. In ganz Deutschland seien es 30 Milliarden Euro, die für die Unis aufzubringen seien.



Christina Baltes (SPD) sagte: „Die Verwaltungsabgabe ab dem Wintersemester 2018/19 ist für die Studenten gewiss nicht schön.“ Aber die Uni habe mit vier Millionen Euro eben hohe Ausgaben für die Studenten. Baltes zeigte sich erfreut, dass 100 000 Euro für die Computerspiel-Forschung bereitgestellt werden. CDU und SPD segneten den Haushalt Kramp-Karrenbauers ab.