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Kraftwerk liefert Fernwärme für 15 000 Haushalte

Joachim Morsch, der Leiter des Heizkraftwerks an der Römerbrücke (oben), und sein Kollege Stefan Eichacker zeigten der SZ die dicken Rohre der Wärmetauscher. Fotos: Becker&Bredel
Joachim Morsch, der Leiter des Heizkraftwerks an der Römerbrücke (oben), und sein Kollege Stefan Eichacker zeigten der SZ die dicken Rohre der Wärmetauscher. Fotos: Becker&Bredel
Saarbrücken. Ein Postkartenmotiv für Paris ist der winterliche Blick über die Dächer mit vielen kleinen rauchenden Kaminen der Wohnhäuser. Kamine gibt es auch bei uns, aber viele rauchen nicht mehr. Der Grund: 15 000 Haushalte nutzen die Fernwärme, als "Zentralheizung" dient das Heizkraftwerk (HKW) Römerbrücke Von SZ-Mitarbeiter Frank Bredel

Saarbrücken. Ein Postkartenmotiv für Paris ist der winterliche Blick über die Dächer mit vielen kleinen rauchenden Kaminen der Wohnhäuser. Kamine gibt es auch bei uns, aber viele rauchen nicht mehr. Der Grund: 15 000 Haushalte nutzen die Fernwärme, als "Zentralheizung" dient das Heizkraftwerk (HKW) Römerbrücke. Eine Hauptaufgabe des HKW ist die Fernwärmeerzeugung und diese wird in 2014 stolze 50 Jahre alt.Mit dem Eschberg fing es 1964 an. Als der Stadtteil entstand, bauten die Stadtwerke das HKW. Die Stadt sparte sich in den Häusern auf dem Eschberg die Heizkessel. Fernwärme bringt warmes Wasser direkt ins Haus, man braucht keinen Gasanschluss, keinen Öltank, keinen Kessel und gewinnt den dafür benötigten Raum für andere Zwecke. "Das macht die Fernwärme so interessant und komfortabel", sagt Joachim Morsch, Vorstandsmitglied für Energieerzeugung der Energie SaarLorLux, dem Eigentümers des Heizkraftwerkes. Und da Hauseigentümer auch die Wartung der Heizanlage sparten, sei bei einer Gesamtbetrachtung der Kosten die Fernwärme neben der Umweltfreundlichkeit auch wettbewerbsfähig. Das Unternehmen merke das an vermehrter Nachfrage von Bürgern, die auch die Fernwärme wollen, sagt Morsch. Aktuell arbeite die Energie SaarLorLux an einem Fernwärme-Atlas für Saarbrücken, um genau auszuloten, welche Häuser das Unternehmen noch wirtschaftlich anschließen könnte. "Wir werden mit den Hausbesitzern dann auch unsererseits Kontakt aufnehmen und ihnen den Anschluss anbieten, gerne kann sich aber auch schon jetzt jeder Interessent bei uns melden", kündigt Morsch an.


Im HKW selbst wird je nach Kosten Gas oder Kohle verbrannt und Dampf erzeugt. Der Dampf treibt eine Turbine an, diese erzeugt Strom. Und der abgekühlte, aber noch immer sehr heiße Dampf wird über Wärmetauscher geführt, um erneut Wasser zu erwärmen, das dann unter Überdruck mit bis zu 130 Grad in das Fernwärmenetz gepumpt wird. Sicher ist die Versorgung rund um die Uhr, sagt Morsch. Dafür sorgt modernste Kraftwerkstechnik. Seit 2003 wurden in die Anlagen des HKW über 100 Millionen Euro investiert, davon 2010 bis 2012 über 30 Millionen Euro für eine neue Dampfturbine und neue Wärmetauscher. "In den fast 50 Jahren hat das Kraftwerk nie stillgestanden", sagt Morsch nicht ohne Stolz.



Thorsten Brunner beobachtet im Leitstand die Monitore und überwacht die Technik.
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Beeindruckend: das Heizkraftwerk im Industriegebiet.
Beeindruckend: das Heizkraftwerk im Industriegebiet.