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Krankenhäuser
Kommunale Kliniken warnen vor Tricks bei Pflegestellen

Winterberg-Chefin Susann Breßlein vertritt in Berlin die Interessen der kommunalen Krankenhäuser.
Winterberg-Chefin Susann Breßlein vertritt in Berlin die Interessen der kommunalen Krankenhäuser. FOTO: Klinik/Iris Maurer / IRIS_MARIA_MAURER
Saarbrücken. Die kommunalen Krankenhäuser warnen angesichts der Pläne der Bundesregierung für ein Pflegepersonal-Stärkungsgesetz vor „Taschenspielertricks“. Es sei zu begrüßen, dass politisch erkannt werde, wie ernst Patienten und Wähler die Gefahren nähmen, die von Personalmangel und Unterfinanzierung im Krankenhaus ausgingen, erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Interessenverbandes kommunaler Krankenhäuser in Deutschland, Susann Breßlein, die auch Geschäftsführerin des Klinikums Saarbrücken (Winterberg) ist. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die von der Bundesregierung nun ergriffenen Maßnahmen seien jedoch „weder nachhaltig noch ehrlich“. Es sei nicht seriös, wenn den Krankenhäusern auf der einen Seite bis zu 1,2 Milliarden Euro für zusätzliche Pflegekräfte versprochen, auf der anderen Seite ab 2020 jedoch eine halbe Milliarde Euro (der bisherige „Pflegezuschlag“) gekürzt würden, sagte Breßlein. „Das grenzt an einen Taschenspielertrick.“


Die Bundesregierung will den Krankenhäusern zukünftig erlauben, jede zusätzliche und jede aufgestockte Pflegestelle am Bett vollständig zu finanzieren. Im Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums ist von „spürbaren Verbesserungen im Alltag der Pflegekräfte“ die Rede.

Nach Berechnungen der Gewerkschaft Verdi fehlen in den 25 Krankenhäusern im Saarland über 3000 Arbeitsplätze, davon 2000 in der Pflege. Die Klinikträger halten diese Erhebung allerdings für fragwürdig.