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Knallbunte Computer-Figuren leuchten im Kulturcafé

Burbach. Der Kulturverein Burbach hat Michal Kunz eingeladen, seine Computerkunst im Kultur-Café auszustellen. Wir haben den Kommunikationsdesigner gefragt, was ihn an der Arbeit mit den Figuren und Grafiken so fasziniert. nba

"Was für andere die Modelleisenbahn im Keller ist, sind für mich meine Figuren, die ‚characters'", erklärt Michael Kunz augenzwinkernd seine Computer-Kunstwerke. "Ich sitze manchmal stundenlang am Computer und entwickle immer neue Figuren und Hintergründe."

Dabei heraus kommen knallbunte, stark vereinfachte Figuren, die Ähnlichkeiten mit Comic- oder Computerspielefiguren haben. Aktuell kann man diese Figuren in der Ausstellung "Michael Kunz aka Kunzwerk" des Kulturvereins Burbach e.V. im Kulturcafé in Burbach, Burbacher Straße 20, anschauen. Michael Kunz ist Grafiker und Designer. Der Saarbrücker arbeitet heute in einer Werbeagentur, studierte an der Fachhochschule für Design, auch bei Oskar Holweck. Sein Diplom im Fach Kommunikationsdesign legte er 1994 ab. "Aber schon als Kind habe ich viel gemalt, vor allem Karikaturen und Gesichter", erläutert Michael Kunz seine heutige Vorliebe für die knallbunten Figuren.

"Besonders spannend finde ich, wie man mit wenigen Formveränderungen der Augen ganz andere Emotionen in den Figuren hervorrufen kann", sagt er zur Faszination seines Hobbys. Seit den frühen 1990er Jahren arbeitet er mit dem Grafikprogramm Freehand MX, als der Computer in alle grafischen Bereiche Einzug gehalten hat. Neben seiner oft akkuraten Arbeit als Grafiker ist für ihn das spielerische Erschaffen dieser Figuren am Computer ein Ausgleich. "characters" werden sie im Internet genannt, es gibt dort eine große Gemeinde, die diese stark vereinfachten, unverwechselbaren Figuren kreiert, ausstellt und sammelt.

Auch Michael Kunz nutzt dieses Medium, um dort seine "characters" zu zeigen. Daneben erstellt Michael Kunz auch grafische Arbeiten. Diese geometrischen und symmetrischen Muster aus Ellipsen, Kreisen und Linien sind ebenfalls farbenprächtig, meist auf schwarzem Untergrund. Sie erinnern an Op-Art-Kunstwerke der 1960er Jahre, da die präzisen und abstrakten Formmuster sich häufig überschneiden und ein Flirren im Auge bewirken.

Normalerweise leben die Werke von Michael Kunz nur im Computer. Weder seine Figuren, noch seine graphischen Arbeiten werden zu Papier gebracht. "Die Ästhetik am PC ist das eine. Dann leuchten die Arbeiten mittels des Monitors von hinten", sagt er. Nun aber hat er fast 80 seiner Werke für die Ausstellung in Burbach auf Leinwand ausdrucken lassen. "Das ist dann schon etwas Besonderes, die Werke auch mal ganz real in Händen zu halten", gesteht der Grafiker. "Außerdem ist eine Ausstellung wie die aktuelle auch klasse, da kann man andere Menschen erreichen, die sich sonst nicht mit Computer-Kunst beschäftigen."

"Michael Kunz aka kunzwerk". Ausstellung des Kulturvereins Burbach e.V., im Kulturcafé, Burbacher Straße 20, 66115 Saarbrücken. Geöffnet ist sie noch bis 9. August, Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 Uhr bis 15 Uhr und Mittwoch von 12 Uhr bis 17 Uhr.

kunzwerk.com