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Klug zusammengestellt und hervorragend dargeboten

Bergweiler. Am Sonntagnachmittag waren zeitweilig Vogelstimmen in der Blasiuskapelle zu vernehmen - Nachtigall, Sperling, Rotkehlchen und Lerche ließen sich mit "süßen Weisen" hören - nicht in natura- aber ebenso anmutig in einem Consortsong eines anonymen englischen Komponisten des 16

Bergweiler. Am Sonntagnachmittag waren zeitweilig Vogelstimmen in der Blasiuskapelle zu vernehmen - Nachtigall, Sperling, Rotkehlchen und Lerche ließen sich mit "süßen Weisen" hören - nicht in natura- aber ebenso anmutig in einem Consortsong eines anonymen englischen Komponisten des 16. Jahrhunderts, entzückend dargeboten von der jugendlichen Sopranistin Laura Höllinger, begleitet von dem Saarbrücker Blockflötenconsort. In vielfältiger Weise wurde in den aufgeführten Sätzen von John Dowland, John Bennet und anderen der Frühling, der Mai, "die fröhlichste Zeit des Jahres" , musikalisch besungen, aber auch die Freuden, und ganz eindringlich die Leiden der Liebe und die Melancholie des Lebens zum Ausdruck gebracht. Laura Höllinger wusste alle Facetten der Empfindung mit ihrer wandlungsfähigen Stimme zu gestalten, zart lyrisch, auch kraftvoll strahlend, mit leichten Koloraturen.Die Gesänge unterlegte das Blockflötenconsort mit kunstvollen mehrstimmigen Begleitsätzen, meist mit vielfach verwobenen Stimmen, gespielt auf weich und rund klingenden Renaissanceflöten unterschiedlicher Größe, vom Sopran bis zum zwei Meter langen Kontrabass. Ein solches "Consort", eine "Familie" gleichartiger Instrumente, ergibt einen sehr homogenen Klang und ermöglicht eine reine Intonation, wenn sie so meisterhaft zum Klingen gebracht werden, wie von den Damen des Consorts (Miriam Grapp, Esther Klein, Barbara Neumeier, Astrid Opitz, Corinna Richter, alle Absolventinnen deutscher und ausländischer Hochschulen), die seit einem Jahr mit dem renommierten Spezialisten für Alte Musik, Bernhard Stilz, das Ensemble bilden. So boten die aus den zahlreichen englischen Sammlungen ausgewählten Tanzsätze, Fantasien und Maskentänze ein buntes Klangbild der musikalischen Welt zur Zeit König Henrys VIII., mit allerhand rhythmischen "Spielereien" wie Synkopierung, asymmetrische Phrasen und dem "Gegeneinander" der Stimmen in der Art eines subtilen typisch englischen Humors. Im abschließenden "In nomine" von Nicholas Strogers wurde der Cantus firmus aus dem dichten Gewebe instrumentaler Stimmen durch eine zusätzliche vokale Farbe hervor gehoben, indem die Sopranistin zurückhaltend, kaum vernehmbar, die Melodie führende Flöte unterstützte. Ein eindringlicher Abschluss eines klug zusammen gestellten und hervorragend dargebotenen Konzertes. redIn der nächsten "Sonntagsmusik" in der Blasiuskapelle am Sonntag, 13. September, bietet ein neunköpfiger Vocal Consort Vokalmusik von der Gregorianik zur Moderne.